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Solitäre Wildbienen

Was fehlt ihnen zum Leben?

Wenn man an Bienen denkt, haben die meisten die Honigbienen vor Augen, die von Imkern im Bienenstock gehalten werden. Doch es gibt noch andere Bienen: nämlich Wildbienen.

Louisa Heidel (Schülerin des Paulinum)

Allein in Deutschland gibt es 560 Wildbienen-Arten. Sie leben anders als die Honigbienen solitär – also nicht in Bienenvölkern. Foto: dpa/Deutsche Wildtierstiftung

Weltweit gibt es mehr als 20 000 verschiedene Wildbienenarten. Allein in Deutschland werden 560 verschiedene Arten gezählt. 50 Prozent davon, so informiert der Naturschutzbund Deutschland, sind inzwischen bedroht.

Wildbienen unterscheiden sich vor allem darin, dass sie allein, also solitär, leben – und nicht im Volk. Anders als Honigbienen legen Wildbienen keinen großen Honigvorrat an. Sie sammeln Pollen und Nektar für sich und die Nachkommen. Wildbienen haben meist einen einjährigen Lebenszyklus. Das heißt, wenn die Nachkommen schlüpfen, ist das Muttertier bereits gestorben. Also gibt es oft jeweils nur eine Generation pro Jahr.

Den einen Grund für das massive Aussterben der Wildbienen gibt es nicht. Aber Experten haben festgestellt, dass die intensive Landwirtschaft mit Überdüngung und Monokulturen eine zentrale Rolle spielt. Darüber informiert unter anderem die Deutsche Wildtier Stiftung. Solitäre Wildbienenarten benötigen eine strukturreiche Pflanzenvielfalt zum Überleben. Wiesen, auf denen sie sich wohlfühlen, sind zum Beispiel Mäh- oder Streuobstwiesen. Doch die sind für Landwirte oft ökonomisch nicht so lohnenswert wie herkömmliche Landwirtschaftsflächen.

Den Wildbienen fehlt es meist an Nistplätzen. Sie mögen lose Mauern, Totholz – und unaufgeräumte Gärten. Manche Wildbienen brauchen enge Röhrchen für die Eiablage. Diese Röhrchen werden mit Lehmwänden und Honigbrot ausgestattet. Dabei bauen die Wildbienen immer eine Lehmwand ans Ende der Brutzelle, dann kommt Honigbrot dazu, und darauf legen sie das Ei. Anschließend wird die Kammer mit einer Lehmwand geschlossen. Es werden circa fünf bis zehn Kammern mit Eiern hintereinandergelegt, wobei sich in der hintersten Kammer immer ein Weibchen befindet. Davor liegen die Männchen.

Die Männchen schlüpfen nach der Metamorphose von der Larve zur erwachsenen Bienen zuerst, danach folgen die Weibchen. Sie werden nach dem Schlüpfen direkt von den Männchen begattet. Dann beginnt der Fortpflanzungskreislauf im besten Fall wieder von vorn.

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