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Prozess am Landgericht

Was geschah wirklich nach der Clubnacht?

Münster

Aussage gegen Aussage heißt es in einem brisanten Fall , der das Landgericht in Münster beschäftigt. Ein bereits verurteilter Mann legt Berufung ein gegen ein Urteil, das bereits 2015 ausgesprochen wurde.

Max Keldenich

Justitia  Foto: dpa

Eine junge Medizinstudentin besuchte am 5. November 2014 mit einer Freundin eine Party in einem münsterischen Club und trifft dort einen Arbeitskollegen, der mit zwei anderen Freunden unterwegs ist. Schnell kommt die junge Frau mit einem der Männer ins Gespräch. Sie ist stark alkoholisiert und beginnt, mit dem jungen Mann zu tanzen. Zärtlichkeiten werden ausgetauscht, ehe beide einvernehmlich beschließen, in der Wohnung des jungen Mannes übernachten.

Berufung nach Verurteilung

Was sich in den folgenden Stunden abspielt, ist nicht eindeutig geklärt. Die junge Frau behauptet später bei der Polizei, von dem Mann sexuell missbraucht worden zu sein. Er habe ungeschützten Verkehr mit ihr gehabt, während sie wehr- und bewusstlos in seinem Bett lag.

Auf Grundlage der Anschuldigungen wurde der vermeintliche Täter am 11. Mai 2015 in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Gegen dieses Urteil hat der Angeklagte Berufung eingelegt. Der Fall wird nun vor dem Landgericht neu verhandelt.

„Es ist eine Welt für mich zusammengebrochen, als ich den Brief von der Staatsanwaltschaft bekommen habe“, sagte der 24-Jährige, der zurzeit ein Fernstudium zum Immobilienmakler absolviert. Nie habe er den Eindruck gehabt, dass sich die junge Frau gegen die sexuellen Handlungen zur Wehr setzte.

Aussage gegen Aussage

Selbstverständlich habe er ein Kondom verwendet. „Ich kann mir auch nicht erklären, wie sie auf den Vorwurf kommt. Der Abend war sehr schön“, meinte der junge Mann.

In diesem brisanten Fall steht also Aussage gegen Aussage. Die vernommenen Zeugen, unter denen zwei Freundinnen der jungen Frau waren, konnten bisher nicht entscheidend zur Aufklärung beitragen.

Am nächsten Verhandlungstag, der für den 15. März angesetzt ist, soll auch die junge Frau als Zeugin zu Wort kommen, um mehr Licht ins Dunkel zu bringen.

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