Nadelöhr für elf Tage gesperrt

Wasserrohrbruch legt Hafenstraße lahm

Münster

Die defekte Wasserleitung war bereits nach wenigen Stunden repariert, die Folgen indes werden Autofahrer noch bis zum Freitag der kommenden Woche spüren. Ein Wasserrohrbruch legt die Hafenstraße für elf Tage still. Und das auch noch an einem verkehrstechnisch neuralgischen Punkt, und zwar direkt in der Unterführung.

Klaus Baumeister

Die große Wasserleitung unter der Hafenstraße ist bereits repariert, wie man an dem blauen Zwischenstück unschwer erkennen kann. Die Wiederherstellung der Straße dauert aber bis Ende der kommenden Woche. Foto: Matthias Ahlke

Im Hinblick auf die „Mehrfachbelastung“ des Verkehrsnetzes am Mittwoch – Feiertagsverkehr vor dem 3. Oktober, Vorbereitung auf den Münsterland-Giro sowie Hafenstraßen-Sperrung – rät die Polizei vorsorglich, zur westlichen Umfahrung der Innenstadt den Ring zu benutzen, im Osten die Umgehungsstraße.

Es war in der Nacht von Montag auf Dienstag, als Polizisten, die mit dem Streifenwagen unterwegs waren, das austretende Wasser an der Hafenstraße bemerkten und sie sofort sperrten. Nach Auskunft von Florian Adler, Pressesprecher der Stadtwerke Münster, stammt das geborstene Wasserrohr aus dem Jahr 1955. Bei dem gusseisernen Rohr mit einem Durchmesse von 20 Zentimetern sei ein Korrosionsschaden festgestellt worden.

Anders als heute habe man in den ersten Jahren nach dem Krieg nicht darauf geachtet, so Adler, Leitungsrohre ausschließlich in Sand zu verlegen. Aller Wahrscheinlichkeit nach sei wegen des sehr heterogenen Untergrunds das Rohr im Laufe der Jahre mit scharfkantigen Steinen in Berührung gekommen, die dann den Schaden verursacht hätten.

Wegen des „wahllos aufgeschütteten“ Unterbaus der Hafenstraße in dem gesperrten Teil wird die Wiederherstellung der Straße auch viele Tage in Anspruch nehmen.

Auf ganzer Breite und in einer Länge von rund 15 Meter wird das Erdreich bis in eine Tiefe von einem Meter ausgekoffert und dann nach den heute üblichen Standards im Straßenbau wieder verfüllt. Der Aufbau der diversen Tragschichten der Straße nimmt laut des Stadtwerke-Sprechers viel Zeit in Anspruch, zumal die schichtweise aufgetragenen Asphaltdecken immer wieder auskühlen müssen.

Im Berufsverkehr am Dienstagmorgen staute sich der Verkehr auf dem Albersloher Weg, da die Hafenstraße für eine Weiterfahrt nicht zur Verfügung stand und deshalb der gesamte Autoverkehr über die Bremer Straße am Hauptbahnhof vorbeigeführt wurde.

Die Bahnunterführung ist auch ein Nadelöhr für den Busverkehr. Betroffenen von der elftägigen Sperrung sind die Buslinien 6, 8, 14, 17, S30 und N85. Für sie erarbeiteten die Stadtwerke am Dienstag Umleitungsrouten.

Konkret ereignete sich der Rohrbruch unter der westlichen der beiden Unterführungen. Mitarbeiter und Besucher der verschiedenen Unternehmen und Gastronomiebetriebe, die über die Stichstraße zwischen den beiden Unterführungen erschlossen werden, können deshalb vorerst nur über die Ostseite vorfahren, also aus Richtung Hansaring. Bürgersteig und Fahrradweg an der Hafenstraße sind unverändert nutzbar.

Stadt schaltet Ampel am Albersloher Weg um

Engpässe am Mittwoch im Berufsverkehr:

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Kommentar: Zwei Engpässe vor dem Feiertag

Als Rainer Bergmann, Cheforganisator des Münsterland-Giros, jüngst das Verkehrskonzept zu der Großveranstaltung vorstellte, da bat er inständig, es möge am 2. Oktober (wenn viele Münsteraner und viele Berufstätige in das verlängerte Wochenende aufbrechen) keine verkehrlichen Einschränkungen geben – außer natürlich die geplante Sperrung des Schlossplatzes ab 17 Uhr im Zuge der Aufbauarbeiten für das Radrennen.

Seine Bitte wurde nicht erhört. Nach dem Rohrbruch fällt mit der Hafenstraße eine weitere zentrale Verkehrsachse weg. Sowohl die westliche als auch die östliche Umfahrung der Innenstadt wird damit zum Problem. Da von den Sperrungen auch der Busverkehr betroffen ist und hier Umleitungen erforderlich werden, kann man allen – soweit möglich – nur den Tipp geben, mit dem Fahrrad oder dem Zug in die Stadt zu kommen.

Es zeigt sich einmal mehr, wie angespannt die Situation ist. | Von Klaus Baumeister

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