Hängepartie um Wirtschaftsplan

WBI-Gesellschafter treiben Todeskino an

Münster

Der städtische Parkhausbetreiber WBI hat noch immer keinen Wirtschaftsplan. Jetzt hat sich die Stadtverwaltung eingeschaltet. Den WBI-Geschäftsführer kann das kaum freuen.

Dirk Anger

WBI-Geschäftsführer Peter Todeskino Foto: Matthias Ahlke

Der städtische Parkhausbetreiber WBI verfügt immer noch nicht über einen genehmigten Wirtschaftsplan für das laufende Jahr. Und damit dürfte frühestens nach den Osterferien zu rechnen sein, wie aus einer Antwort des Oberbürgermeisters auf eine Anfrage der SPD-Ratsfraktion hervorgeht.

Danach haben sich die WBI-Gesellschafter – dabei handelt es sich um die Stadt Münster und die Stadtwerke – mit der Geschäftsführung der Westfälischen Bauindustrie in der vergangenen Woche über die „Eckpunkte des Wirtschaftsplans“ verständigt. Dieser soll dem Aufsichtsrat in seiner nächsten Sitzung im April vorgelegt werden, heißt es in dem Schreiben aus dem Stadthaus.

Wirtschaftsplan ohne Zustimmung

Wie berichtet, hatte es der Geschäftsführer der Westfälischen Bauindustrie, Peter Todeskino, jüngst zwei Mal nicht geschafft, dem Aufsichtsrat einen zustimmungsreifen Wirtschaftsplan vorzulegen. Stattdessen hatte er ohne Rücksprache die Gewinnabführung des Tochterunternehmens WBI an die Stadtwerke-Mutter deutlich gekürzt. Angesichts dieser verfahrenen Lage musste sich Todeskino, Oberbürgermeister-Kandidat der Grünen bei der vergangenen Kommunalwahl, nun offenbar ein Eingreifen der Stadtverwaltung gefallen lassen. Jedenfalls schreibt Oberbürgermeister Markus Lewe, dass die Verwaltung in diesem Fall „maßgeblich die Abstimmungsgespräche zwischen WBI-Geschäftsführung und Gesellschafter gesteuert“ habe. Zugleich betont der Oberbürgermeister die Bedeutung dieser Frage: „Der Wirtschaftsplan stellt für die Beteiligungsgesellschaften grundsätzlich die fixierte, operative Planungsgrundlage und für den Aufsichtsrat die Basis für seine Kontrolltätigkeit dar.“

Neben dem Betrieb der Parkhäuser soll die WBI die Planung und den Bau einer Zentralen Unterbringungseinrichtung für geflüchtete Menschen und die Sanierung des früheren Heerde-Kollegs am Hoppengarten als Kulturzentrum übernehmen. Auch für den Stadion-Umbau ist die Gesellschaft vorgesehen.

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