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Evangelischer Kirchenkreis Münster

Wegweisend geerdet: Festliche Einführung des Superintendenten Holger Erdmann

Münster

Seit über eineinhalb Jahren schon ist Holger Erdmann bereits als Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Münster im Amt. Seine feierliche Einführung wurde pandemiebedingt allerdings erst jetzt in der Apostelkirche gefeiert. Es wurde ein Abend, der zeigte, dass Erdmann ein Mann des Aufbruchs ist.

Von Björn Meyer

Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, nahm die nachgeholte Einführung von Holger Erdmann (r.) als Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Münster vor. Foto: Oliver Werner

Holger Erdmann ist am Freitagabend im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Apostelkirche als Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Münster eingeführt worden. Fraglos eine Besonderheit, immerhin hat der 49-Jährige schon vor 18 Monaten sein Amt angetreten. Doch aufgrund der Pandemie war eine Einführung im größeren Rahmen 2020 noch verschoben worden.

Dementsprechend konnte Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, die die Einführung vornahm, am Freitagabend in ihren Worten schon auf die vergangenen eineinhalb Jahre Erdmanns in Münster Bezug nehmen. Und das, was sie höre, so Kurschus, erfülle sie mit Freude – „denn man ist gut miteinander“. Wohl auch, so die Ratsvorsitzende, weil Erdmanns Name Programm sei. Geerdet sei er, der Neue, verlässlich zudem und einer, der anpacke, der sich für nichts zu schade sei. Bei all dem sei Münsters Superintendent, der einst Vikar in Greven war, ein fröhlicher und zuversichtlicher Mann. Und nicht zuletzt ein kluger Kopf mit Gespür für die Menschen.

Martin Luther und ein erwartungsfrohes Aufschauen

Was Kurschus dabei nicht erwähnte, sich aber wenig später in Erdmanns Predigt zeigte: Münsters Superintendent ist einer, der Realismus und Aufbruch vereint. Mit tröstenden, ja wegweisenden Worten wandte er sich an die überwiegend geladenen Gäste in der Apostelkirche. Worte, die die Probleme, sowohl für die Gesellschaft in Gänze, aber auch die Kirche im Speziellen, beschrieben. „Ich muss verzweifeln, aber das lasse ich bleiben“, nahm die Predigt Bezug auf Martin Luther. Demgegenüber: „Erwartungsfroh aufschauen – was wäre, wenn wir diese Haltung in die Gesellschaft als kirchliche Grundhaltung einbringen?“, fragte Erdmann. Dabei streckte er in seinen Worten die bildliche Hand weit Richtung Ökumene aus. Es gelte weniger „Kirche für uns“ denn „Kirche für andere“ zu sein. Es gelte eine neue Perspektive auf alte Fragen zu entwickeln, auch bezüglich einer Balance aus Ökonomie und Ökologie. Zwei Seiten, so Erdmann, „die dringend an einen Tisch gehören“.

„Gehen wir voran“ und „lasst uns den Advent so feiern, dass er Auftakt wird zu einer Transformation“, betonte Erdmann noch einmal ausdrücklich, wo mit ihm der Weg des Evangelischen Kirchenkreises Münster hinführen soll. Dabei bezog Erdmann auch politisch Stellung und warnte vor „antisemitischen und rechten Tendenzen im angeblich demokratischen Gewand“.

Der Abend in der Apostelkirche war einer, der zeigte, dass Erdmann zwar in Münster angekommen sein mag, dass er aber vor allem mit vielen gemeinsam aufbrechen möchte.

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