1. www.wn.de
  2. >
  3. Muenster
  4. >
  5. Wehrmacht-Sticker am Rucksack

  6. >

Ermittlungen gegen Polizeibeamten in Münster

Wehrmacht-Sticker am Rucksack

Münster

Ermittlungen in den eigenen Reihen: Nach einer Demo am vergangenen Samstag in Münster wird gegen einen Polizeibeamten einer Hundertschaft ermittelt. Am Rucksack des Beamten war ein Stoffstück mit einem Panzer der Wehrmacht befestigt.

Von Martin Kalitschke

Polizeipräsident Falk Schnabel kündigte „eine vollständige Aufklärung des Vorfalls“ an Foto: Oliver Werner (Archivbild)

Die münsterische Polizei ermittelt gegen einen Beamten einer Hundertschaft der Bereitschaftspolizei, die am vergangenen Samstag in der Innenstadt im Einsatz war. Nach Medienberichten befand sich am Rucksack des Beamten ein sogenanntes Patch mit der Aufschrift „Panther Panzerkampfwagen V“. Das Stoffstück war nach Angaben der Polizei mit einem Klettstreifen auf dem Rucksack befestigt worden. Dieser soll deutlich sichtbar an der Fensterscheibe eines Einsatzfahrzeuges gelegen haben. Bei dem Panzer handelt es sich um ein Wehrmachtsfahrzeug, das im Zweiten Weltkrieg im Einsatz war.

Polizeipräsident Falk Schnabel habe sofort nach Kenntnisnahme die disziplinarrechtliche und strafrechtliche Prüfung einschließlich einer Bewertung durch den polizeilichen Staatsschutz angeordnet, teilte die Polizei am Dienstag mit. Schnabel kündigte „eine vollständige Aufklärung des Vorfalls“ an. „Dass ein Angehöriger der Polizei im Dienst eine Abbildung eines Wehrmachtspanzers bei sich getragen haben soll, hat mich sehr betroffen gemacht. Alle Zeichen und Symbole, die Zweifel an einer neutralen und rechtsstaatlichen Aufgabenerfüllung durch die Polizei aufkommen lassen, sind für uns inakzeptabel. Der Vorfall muss nun unverzüglich aufgeklärt und disziplinar- und strafrechtlich bewertet werden“, so Schnabel.

Eigentümer des Rucksacks ist bekannt

Bei dem Rucksack handelt es sich nach derzeitigen Erkenntnissen um die Einsatztasche eines Polizeibeamten der 17. Bereitschaftspolizei-Hundertschaft, die zum Schutz von Versammlungen im Einsatz war. Man wisse, wem der Rucksack gehöre, bestätigt Polizeisprecher Jan Schabacker. Die Behörde sei mit dem Mann im Gespräch – unter anderem, um zu klären, wie das Patch an den Rucksack gekommen ist.

Der Einsatzzug habe den Auftrag gehabt, Eingreifkräfte für mögliche Auseinandersetzungen bei den an diesem Tag in Münster stattfindenden Demonstrationen zu stellen und sogenannte Raumschutzmaßnahmen umzusetzen. Der Schutz der Versammlungen „Pro Israel“ sowie einer israelkritischen Veranstaltung habe in der Verantwortung eines benachbarten Einsatzabschnittes gelegen.

Hundertschaft nimmt alle polizeilichen Aufgaben wahr

Die Kräfte der 17. Hundertschaft nehmen laut Polizei im täglichen Dienst – sofern sie nicht in Sondereinsätzen außerhalb Münsters oder in Münster eingesetzt werden – alle polizeilichen Aufgaben des Außendienstes wahr. Dazu gehöre auch der Schutz der Synagoge und der jüdischen Einrichtungen.

Startseite
ANZEIGE