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Erste Tagung „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

„Weltrettung“ unterrichten lernen

Münster

Die Stadt Münster will der jungen Generation das Thema Nachhaltigkeit vermitteln. Doch wer diese Bildung ermöglichen will, muss zunächst die Lehrenden ausbilden. Das war nun Ziel einer erstmals organisierten Tagung.

Von Karin Völker

Im LWL-Museum für Naturkunde präsentierten sich bei der Tagung „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ Partnerorganisationen im entsprechenden städtischen Netzwerk. NRW-Umweltminister Oliver Krischer (kl. Bild) eröffnete die Tagung. Foto:

Die rund 120 Frauen und Männer, die am Montagvormittag auf den bequemen Sesseln des frisch modernisierten Planetariums im LWL-Museum saßen, waren nicht gekommen, um in die Weiten des Alls zu blicken. In ihrem gemeinsamen Anliegen greifen die Pädagogen aber sehr wohl zu den Sternen. Sie alle vermitteln in ihrem Alltag, in Schulen, Kitas oder anderen Jugendeinrichtungen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Der spröde Begriff, gekürzelt „BNE“, bedeutet aber nichts weniger, als das „Fach“ Weltrettung zu unterrichten.

Wie das konkret geht, dafür gab es am Montag im LWL-Naturkundemuseum, ebenfalls ein Ort, wo BNE stattfindet, Tipps und praktische Hinweise. Und weil Tagungen wie diese bisher noch etwas Besonderes sind, aber schnell alltäglich werden sollen, war NRW-Umwelt-Minister Oliver Krischer gekommen, um die Teilnehmenden zu ermutigen, angesichts der Größe der Aufgabe nicht zu resignieren. Denn auch das sei wichtig, so hatte zuvor schon der Schul- und Jugenddezernent der Stadt Münster, Thomas Paal, gesagt: Wer BNE unterrichte, müsse „mit Zuversicht“ zu Werke gehen, Optimismus ausstrahlen, dass noch was drin ist in Sachen Krisenbewältigung.

Es geht um mehr als Ökologie

Im Foyer des LWL-Museums wird deutlich, dass es bei der Vermittlung eines nachhaltigen Lebensstils um viel mehr geht als um Ökologie. „Ohne soziale Balance und faires Wirtschaften funktioniert es nicht“, erläutert Sarah Heinlein, in der Stadtverwaltung zuständig für Bildung und nachhaltige Entwicklung.

An einem der Infostände steht Anne Hofmann, Lehrerin am Ratsgymnasium und Leiterin der Nachhaltigkeits-AG, die hier den „Fashionstore „G(old)“ betreibt. Hier werden mit einer eigens kreierten Schulwährung aus alten Textilien, die Schülerinnen abgeben, hippe Turnbeutel genäht, es werden Second-Hand-Mode und andere gebrauchte Dinge gehandelt.

Kritische Stadtrundgänge

Bei den sogenannten „kritischen Stadtrundgängen, etwa vom Weltladen „la tienda“, der AG Frauengeschichte oder Greenpeace Münster, wird das Thema in unterschiedlicher Perspektive lokal anschaulich. Im MexLab der Universität können Schulklassen Forscher-Workshops absolvieren, angeleitet von den Abfallwirtschaftsbetrieben auf dem „Deponie-Erlebnispfad“ viel über Müllbehandlung und die Überflussgesellschaft lernen. Auch der Nabu oder die Volkshochschule oder der Verein „Vamos“ präsentieren ihre Bildungsangebote. In Workshops und Arbeitskreisen erarbeiteten die Teilnehmer neue Impulse, um das große Thema Nachhaltigkeit rüberzubringen.

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