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Reallabor Wolbecker Straße

Weniger Parkmöglichkeiten und dauerhaft Tempo 20 gewünscht

Münster

Eine Woche lang war ein Teilstück der Wolbecker Straße ein Verkehrsversuch mit Tempo 20 und Radverkehr nur auf der Fahrbahn. Im Ergebnis wünschen sich die Anwohner dauerhaft eine Geschwindigkeitsbegrenzung, weniger Parkplätze am Fahrbahnrand und mehr Aufenthaltsqualität durch eine grünere Gestaltung des Quartiers.

Von Helmut P. Etzkorn

Auf dem Hansaplatz wurden am Samstag die Ergebnisse des einwöchigen „Reallabors Wolbecker Straße“ vorgestellt. Mit dabei auch Stadtbaurat Robin Denstorff. Foto: hpe

Das 350 Meter lange Teilstück der Verkehrsachse Wolbecker Straße zwischen Ring und Bahnhof soll verkehrsberuhigter und grüner werden, sich im Quartier zum Treffpunkt mit mehr Aufenthaltsqualität entwickeln. So das Fazit nach gut einer Woche „Reallabor“ mit Tempo 20, weniger Parkplätzen am Straßenrand und deutlich mehr Radfahrern auf der Fahrbahn.

„Unser Schwerpunkt war, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Wir haben ein breites Bild an Wünschen gehört, und der Wille zur Veränderung ist spürbar“, so Stadtbaurat Robin Denstorff am Samstag auf dem Hansaplatz, wo die Ergebnisse des Verkehrsversuchs zum Finale noch einmal plakativ in einer Ausstellung präsentiert wurden.

Schrittweise Veränderung mit temporärer Umgestaltung

Die Anwohner befürworten eine schrittweise Veränderung mit temporären Umgestaltungen, die ausgetestet und dann realisiert werden sollten. Viele wünschen sich weniger Stellplätze für Autos am Straßenrand und ein geordnetes Fahrradparken.

Als Idee wird angeregt, im nahen Parkhaus Bremer Platz mehr Platz für Anwohnerautos zu schaffen. Dort wäre auch eine Art Zentrale für die nachbarschaftliche Belieferung von Waren per Lastenrad denkbar.

Mehr Nahversorgungs- und Gastronomieangebote entlang der Wolbecker Straße stehen ebenfalls auf der Agenda der rund 500 Bürgeranregungen während des Laborversuchs.

Fuß- und Radwege zu Lasten des Straßenraums verbreitern

Am Hansaplatz könnte man sich mehr Sitzbänke und öffentliche Toiletten vorstellen. Und um die Straße sicherer zu machen, wünschen sich viele Menschen dort getrennte Fuß- und Radwege, die zu Lasten des Straßenraums verbreitert werden müssten.

Der Abschnitt sollte durch eine dauerhafte Tempo 20-Regelung entschleunigt werden – dafür hegt auch Denstorff Sympathien. Der Stadtbaurat: „Wir haben in dieser Woche Messungen durchgeführt: 84 Prozent der Autofahrer fuhren nicht schneller als 24 Stundenkilometer.“

Vorgehensweise hat sich bewährt

Alle Ergebnisse sollen nun in einen städtischen Strategieplan für eine „neue“ Wolbecker Straße einfließen. Die Ergebnisse sollen dann wieder mit den Bürgern diskutiert werden, ehe es an die Umsetzung geht.

Das Experiment, etwas temporär zu verändern, mit den Betroffenen darüber zu reden und dann erst planerisch umzusetzen, habe sich bewährt, so Denstorff.

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