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"Rollender Verkehrssicherheitstag"

Weniger Unfälle als oberstes Ziel

Münster

Die Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“ hat einen Tag lang eine besondere Aktion zur Verkehrssicherheit durchgeführt. Dabei kamen auch neue medizinische Errungenschaften zum Einsatz.

Von Helmut P. Etzkorn

Mit Polizei-Krädern und Kettcars am Start, der Verkehrssicherheitstag war ein voller Erfolg: Polizeipräsident Falk Schnabel (3.v.l.), Ordnungsamtsleiter Norbert Vechtel (5.v.l.) und ganz rechts Christoph Becker, Geschäftsführer der Verkehrswacht Münster Foto: hpe

Gelungene Premiere: Die erste „rollende Verkehrssicherheitstag“ für die ganze Familie der Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“ lockte am Samstag auch wegen des optimalen Ausflugswetters laut Veranstalter rund 1000 Interessierte an. An mehreren Stationen im Stadtgebiet ging es um das richtige Verhalten im Großstadtverkehr und die vielfältigen Risiken auf Münsters Straßen.

„Wir wollen mit dieser Aktion nach der Zeit der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen nun wieder voll einsteigen in die lokale Verkehrsunfallprävention“, kündigte Polizeipräsident Falk Schnabel an. Die Zahl der Unfälle mit Kindern ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 104 Opfer deutlich angestiegen. Ähnlich hoch ist die Zuwachsrate bei den Jugendlichen. Wegen der Pandemie fiel auch die polizeiliche Sicherheitsarbeit an Schulen weitestgehend flach.

Verschiede Blickwinkel auf Unfallproblematik

Weil sich von der Kinder­neurologie-Hilfe über die Johanniter bis zu den Stadtwerken viele Ordnungspartner an der konzertierten Aktion für weniger Unfälle auf den Straßen beteiligten, seien „die Problematiken auch aus verschiedensten Perspektiven beleuchtet worden“, meinte Schnabel.

Ordnungsamtschef Norbert Vechtel sprach von einem „optimalen Zeitpunkt passend zu Beginn der Fahrradsaison“. Junge und ältere Menschen könnten so realitätsnah für mehr Sicherheit auf Münsters Straßen sensibilisiert werden.

Da sich bei den E-Scootern die Zahl der Verunglückten drastisch erhöht, bot der Anbieter Tier Mobility ein Trainingscamp mit Probefahrten an. Senioren verletzen sich zunehmend bei flotten Pedelec-Touren schwer. Am Simulator der Verkehrswacht konnte jeder seine Reaktionszeiten beim Elektroradeln checken. Und Kinder hatten ausreichend Gelegenheit, auf dem Übungsplatz der Jugendverkehrsschule ihre Runden zu drehen.

Blick aus dem Fahrerhaus

Dekra und der Verband der Verkehrswirtschaft ermöglichten einen Perspektivwechsel. Aus dem Fahrerhaus eines LKW konnte jeder nachvollziehen, wie gefährlich der „tote Winkel“ für Radler rechts neben den schweren Fahrzeugen ist.

Die falsche Einschätzung von Gefahren führt laut Kinderneurologie-Hilfe gerade bei jungen Radlern häufig zu „Kopfverletzungen, die das Leben grundlegend verändern können“. Mit dem Projekt „Stadthelm“ setzt der Verein auf das freiwillige Tragen des bisweilen lebensrettenden Kopfschutzes.

Die Verkehrswacht stellte einen neuen Radar-Hörtest vor. „Wenn man nicht mitkriegt, aus welcher Richtung Autos kommen, kann es schnell zum Unfall kommen“, so Münsters Verkehrswacht-Geschäftsführer Christoph Becker.

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