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Im Missbrauchskomplex um Adrian V. gehen die Kammern am Landgericht unterschiedlich vor

Wie öffentlich muss der Strafprozess sein?

Münster

Im Missbrauchsprozess um Adrian V. finden wesentliche Teile der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das schützt auch den Hauptbeschuldigten im Missbrauchskomplex Münster. Einblicke in eine schwierige Abwägung.

Von Dirk Angerund

Die Verfahren im Missbrauchskomplex Münster stehen im Blickpunkt medialer Berichterstattung. Der Ausschluss der Öffentlichkeit wird indes teils unterschiedlich gehandhabt durch die Kammern. Foto: Dirk AngerDirk AngerOliver Werner

Sie verbergen ihre Gesichter hinter roten oder blauen Aktendeckeln aus Pappe. Nicht aus Scham vor dem Abscheulichen, sondern um nicht erkannt zu werden, wenn sie zu ihren Stühlen gehen, neben denen die Rechtsanwälte schon auf die fünf Angeklagten warten. Seit Mitte November 2020 wiederholt sich dieses Schauspiel fast an jedem der inzwischen 43 Verhandlungstage, die in dem großen, aber schlichten, holzvertäfelten Saal 23 des Landgerichts Münster in der Regel morgens, leicht verspätet um kurz nach 9 Uhr beginnen.

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