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Vorsichtsmaßnahmen zur Vogelgrippe

„Wir haben keinen Fall von H5N8“

Münster-Nord

Nur wenige müssen in den Stall. Es bleibt auch am Dienstag bei 59 Hühnern, zwei Gänsen und fünf Enten mit Ausgangssperre. Hundert Meter breit ist der Streifen rund um das Vogelgrippe-Risikogebiet Rieselfelder, für den das Veterinäramt der Stadt in Münster Stallpflicht angeordnet hat.

Katrin Jünemann

Nur 59 Hühner dürfen derzeit nicht raus. Sie leben im Risikogebiet am Rande der Rieselfelder bei Hobbyhaltern. Foto: kaj

Betroffen seien Hobby- und Kleinhalter, erläutert Tierarzt Dr. Thorsten Krause, Leiter der Fachstelle Veterinärangelegenheiten. Und auch am Dienstag gilt: „Wir haben keinen Fall von H5N8.“ Die Stallpflicht sei Prophylaxe. Im Übrigen gebe es in Münster nicht die Geflügelmassen wie andernorts, fügt Krause hinzu.

Erst Mitte Oktober sind in den Rieselfeldern an Gänserastplätzen Kotproben genommen und untersucht worden. „Da war nichts“, sagt Tierarzt Krause. Die Kotproben seien genommen worden, als die Vogelzugbewegung schon in vollem Gange war, berichtet die Biologische Station.

Dr. Thorsten Krause

Wenn, seien Hühner und Puten betroffen, erklärt der Tierarzt. Wasservögel wie Ente und Gänse könnten das Virus in sich tragen, aber erkrankten nicht daran. Er habe auch mit Angelvereinen aus Münster gesprochen. „Sie haben an den Gewässern nichts gesehen.“ „Vorsicht ist immer gut“, sagt der Leiter der Fachstelle Veterinärangelegenheiten. Aber er sei von der Aufregung überrascht. An Türklinken, im Staub im Haus oder im Stall – überall gebe es Bakterien.

Tipps

  1. Falls jemand einen toten Vogel finde und ihn angefasst habe, rät der Tierarzt, die Hände zu waschen.
  2. Wenn jemand Angst wegen seiner Kleidung habe, solle er auch diese waschen.
  3. Wer einen toten Vogel untersuchen lassen möchte, kann ihn mit Einmalhandschuhen aufheben, in eine Plastiktüte stecken und beim Chemisches Landes- und Staatliches Veterinäruntersuchungsamt Münster, Josef-König-Straße 40, abgeben.

Die Biologische Station Rieselfelder erinnert an die letzte große Virusinfektion in den Jahren 2005/2006. Damals habe sich herausgestellt, dass nicht Wildvögel für die Verbreitung gesorgt hatten, sondern dass das Virus in Billig-Futtermitteln aus Südostasien für die Geflügelhaltung und Fischzucht gesteckt habe. „Unserer Meinung nach sollte man diese Futtermittel untersuchen, statt auf den Wildvögeln herumzuhacken“, heißt es aus der Biologischen Station Rieselfelder. In puncto Hygiene gelte immer noch Großmutters Tipp: „Vor dem Essen Händewaschen nicht vergessen.“

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