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Demo gegen Freihandelsabkommen

„Wir sind kein Humankapital“

Münster - Die Botschaft war eindeutig: „Stoppt die Macht der Konzerne“, hieß es auf Transparenten, „Gesundheitsstandards statt Privatisierung“ und  „Wir sind kein Humankapital“. Mit solchen Aussagen protestierten am Samstagnachmittag geschätzt über 1000 Menschen in der münsterischen Innenstadt gegen das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA und Kanada (TTIP).

Klaus Möllers

Geschätzt über 1000 Menschen protestierten in der münsterischen Innenstadt gegen das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA und Kanada (TTIP). Foto: Wilfried Gerharz

Dazu aufgerufen hatte das Bündnis „Münster gegen TTIP“. Es ist privat organisiert. Diverse Verbände und Organisationen haben sich angeschlossen, zum Beispiel die Jugendorganisationen des Deutschen Gewerkschaftsbundes und von Ver.di, die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) und mehrere Parteien, darunter vor allem die Linke und die Grünen.

Am Mittag setzte sich der Demonstrationszug vom Bahnhof aus in Richtung Innenstadt in Bewegung, wobei es in der Windthorststraße zeitweilig zu kleinen Staus kamen, da auch viele Grüppchen von Weihnachtsmarktbesuchern diesen Weg in die City nahmen. Von einem offenen Klein-LKW aus erklärte Tobias Hachmann vom Bündnis per Mikrofon: „Für das Freihandelsabkommen wird hinter verschlossenen Türen mit Konzernen und Lobbyisten verhandelt, aber nicht mit den Fachleuten aus dem Umwelt- und Gesundheitsschutz. Das ist absolut undemokratisch.

Kritisiert wurden während des rund zweieinhalbstündigen Protestmarsches in Sprechchören und von Einzelrednern vor allem die Rahmenbedingungen der Verhandlungen: Vertreter der Bundesregierung verhandelten mit Großunternehmen und deren juristischen Beiständen, hieß es in Redebeiträgen weiter, die Bevölkerung hingegen werde nicht gefragt. „Das Abkommen sieht auch vor, öffentliche Dienstleistungen auszuschreiben. Dazu können die Wasserversorgung und Bereiche der allgemeinen Daseinsvorsorge gehören. Für einen globalen Konkurrenzkampf der Großkonzerne“, erklärte Stefan Niehoff vom Bündnis. „Und wenn ihnen etwas nicht passt, können sie vor geheimen Schiedsgerichten Schadensersatz von einem Staat einfordern. Das höhlt Umwelt- und Gesundheitsstandards und die Demokratie aus.“Auch vor dem Rathaus am Prinzipalmarkt wurde eine kurze Kundgebung abgehalten, dann zog der Demonstrationszug weiter über Bült und Eisenbahnstraße bis zur Rückseite des Hauptbahnhofes, wo eine Abschlusskundgebung abgehalten wurde.

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