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Präsenzveranstaltungen an der Uni gefordert

„Wir wollen kein Fernstudium“

Münster

Sie wollen nicht länger im stillen Kämmerlein zu Hause lernen: Die Initiative „Online-Leere“ hat konkrete Vorstellungen, wie es angesichts sinkender Corona-Zahlen weitergehen soll. Am Samstag protestierten die Mitglieder vor dem Fürstenberghaus

Prof. Dr. Ulrike Ludwig Foto: klm

Vor zwei Wochen noch nahm sie kaum jemand wahr, als sich die wenigen Organisatoren einer Studenten-Demonstration gegen das Corona-bedingte Distanz-Lernen auf der Wiese vor dem Schloss trafen. Die Demo verpuffte gewissermaßen ins Leere.

Diesmal nicht: Als Outdoor-Seminar, also als Seminar im Freien, veranstaltete die Initiative mit dem Namen „Online-Leere“ am Samstagmittag zusammen mit der Fachschaft Geschichte einen Protest vor dem Fürstenberghaus, gut sichtbar und hörbar für Passanten in der vollen Innenstadt.

Videokonferenzen reichen Studierenden nicht

„Wir wollen kein Fernstudium“ war auf einem Transparent zu lesen, „Lehre muss persönlich sein“ und „Mein Zimmer: Uni. Bibliothek. Mensa“. Die Gruppe wendet sich gegen die Nachteile, die aus ihrer Sicht Studenten durch das Lernen etwa per Videokonferenzen und E-Mail-Austausch in Kauf nehmen müssen.

„Studierende sind nicht nur finanziell durch die Pandemie betroffen. Es ist zu sehen, dass die Psyche um so mehr leidet“, erklärte Mareike-Beatrice Stanke, Geschichtsstudentin in einem Eingangsbeitrag. Eine Umfrage des AStA unter Studenten zum Beispiel zeige, dass „89 Prozent der Befragten der persönliche Austausch“ fehle. Die Begegnung an der Uni sei wichtiger Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung, meinte Stanke.

Für das „Outdoor-Seminar“ hatte man vier Dozenten mit Fachbeiträgen gewonnen, bei denen sich die rund 30 studentischen Teilnehmer einbringen konnten – als wären sie in einem regulären Seminar.

Mittelfristig Hybrid- und Teilpräsenzformen gefordert

Auf Plakaten forderte die Initiative zum Beispiel, dass die Uni „mittelfristig Hybrid- und Teilpräsenzformen“ anbieten solle. Philipp Kurowski, Theologie-Student, erklärte, dass sein Fachbereich bereits „Hybrid“-Veranstaltungen möglich mache. Dies bedeute, dass jene, die Präsenz-Seminare und -Vorlesungen wollten, daran teilnehmen könnten. Jene, die – womöglich aus gesundheitlichen Gründen – per Videoschalte dabei sein wollten, diese Form wählen könnten.

Stanke erklärte, dass die Initiative „langfristig eine vollständige Rückkehr zur Präsenzlehre“ wolle.

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