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IHK kritisiert mangelnde Abstimmung

Wirtschaft wettert gegen Verkehrsversuch

Münster

Die Kritik am Verkehrsversuch, der im Bahnhofsviertel für lange Autoschlangen sorgt, reißt nicht ab. Jetzt meldet sich auch die Wirtschaft zu Wort. Sie befürchtet eine Verschärfung der angespannten Situation.

Lange Schlangen auf der Bahnhofstraße sind bisweilen die Folgen einer versuchsweise eingerichteten Busspur. Foto: Oliver Werner

Mit Unverständnis reagieren nicht nur viele Gewerbetreibende, sondern auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen auf die Wahl des Zeitpunktes und die hieraus resultierenden ungünstigen Bedingungen für den Verkehrsversuch am Hauptbahnhof Münster, wie es in einer Mitteilung heißt. „Die Wirtschaft unterstützt ausdrücklich die Zielsetzung, den Verkehr in Münster nachhaltiger zu gestalten“, unterstreicht IHK-Vizepräsident Fabian Roberg, aber: „Wenn Experimente verwertbare Erkenntnisse bringen sollen, müssen die Rahmenbedingungen stimmen.“

Insbesondere mit Blick auf die erheblichen Einbußen und Existenzgefährdungen von Hotels, Gastronomie, Handel und Taxigewerbe im Zuge des Corona-bedingten Lockdowns sei es sehr kritisch zu bewerten, dass die gerade wieder anlaufende Geschäftstätigkeit der Betriebe durch einen Verkehrsversuch erneut erschwert werde. „Nach dem Lockdown kommt für die Gewerbetreibenden am Hauptbahnhof der Stau“, so Roberg.

Großbaustelle am Hansaring

Auch wegen der Großbaustelle im Bereich Hansaring/Wolbecker Straße/Hohenzollernring sieht der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses für die Stadt Münster den Zeitpunkt des Versuchs als denkbar ungünstig. „Hansaring und Hohenzollernring wären naheliegende Ausweichstrecken für die versuchsweise eingerichtete einspurige Verkehrsführung auf der Bahnhofstraße. Aber dort gebe es wegen der Sperrung im Bereich der Wolbecker Straße auf absehbare Zeit kein Durchkommen.“ Die einzelnen Maßnahmen seien aus seiner Sicht „offensichtlich ungenügend aufeinander abgestimmt“.

Verschärfung der Situation nach den Ferien?

Durch ansteigendes Verkehrsaufkommen befürchtet der IHK-Vizepräsident nach den Schulferien eine weitere Verschärfung der Situation. „Neben der bereits hoch belasteten Achse Weseler Straße/Stadtgraben/Steinfurter Straße ist der Straßenzug Friedrich-Ebert-Straße/Bahnhofstraße/Eisenbahnstraße die einzige noch bedingt funktionierende Nord-Süd-Verbindung im erweiterten Innenstadtbereich“, so Roberg. Wenn hier die Leistungsfähigkeit eingeschränkt werde, gebe es praktisch keine Ausweichrouten mehr.

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