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„Unternehmen brauchen Zukunftsperspektive“ 

Wirtschaftsrat sieht Atomenergie noch nicht vor dem Aus 

Münster

Der Wirtschaftsrat der CDU Sektion Münster warnt vor einer Wirtschaftskrise und artikuliert gleichzeitig Zweifel, dass Deutschland in der aktuellen Situation auf Kernkraftwerke verzichten kann. Man plädiert dafür, eine Laufzeitverlängerung zu prüfen.

Wasserdampf steigt aus dem Kühlturm vom Atomkraftwerk Isar 2. Das Kernkraftwerk im Landkreis Landshut ist das letzte in Bayern, das noch nicht endgültig vom Netz gegangen ist. Foto: Armin Weigel/dpa

Steigende Energiepreise und hohe Inflation verunsichern immer mehr die Wirtschaft und insbesondere mittelständische Unternehmen. Daher fordert der Wirtschaftsrat der CDU schnelle und unbürokratische Hilfen vom Staat für Unternehmen und Beschäftigte. „Insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen, das Handwerk und viele Freiberufler, brauchen gezielte und schnelle Hilfen. Energie muss für Unternehmen bezahlbar bleiben. Hier kann der Staat schnell reagieren, in dem er die Steuern und Abgaben massiv senkt oder aussetzt. Der zumindest zeitweilige Weiterbetrieb von Atomkraftwerken würde den Strompreis senken. Zudem muss die Politik Antworten geben, wie den Unternehmen Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung gestellt werden kann“, erklärt der Sprecher der Sektion Münster, Dr. Friedrich Helmert.

Beachtliche Folgen für den Arbeitsmarkt

Viele Unternehmen würden laut einer Mitteilung des Wirtschaftsrats gerade Szenarien ausarbeiten, wie sie auf die steigenden Energiepreise reagieren könnten. Diese reichten von temporären Stilllegungen mit Kurzarbeit bis hin zu konkreten Plänen zur Verlagerung von Produktionen ins Ausland. Die Folgen für den Arbeitsmarkt und die Sozialkosten wären beachtlich, warnt der Sektionssprecher nach Gesprächen mit Unternehmern vor Ort.

Atomausstieg kommt zu früh

„Der Zugang zu sicherer und bezahlbarer Energie, die zugleich so umweltschonend wie möglich sein sollte, ist extrem wichtig“, so Helmert. Energie für Unternehmen und Bürger müsse bezahlbar bleiben. Ansonsten drohe eine Wirtschaftskrise, deren Vorboten sich bereits abzeichnen würden. Daher setze sich der Wirtschaftsrat nicht nur für eine befriste Laufzeitverlängerung der letzten drei Atomreaktoren ein. „Die künstliche Verknappung von Gas kann noch nicht damit beantwortet werden, dass Deutschland sich aus der Atomenergie zurückzieht und damit die Preise noch weiter nach oben schnellen lässt. Kernkraft hilft mit, die Strompreise zu stabilisieren“, betont Helmert.

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