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Spiele-Hype

Wo sich in Münster die Pokémon-Jäger tummeln

Münster

Selten ist der Kinderspielplatz am Kanonengraben so voll. Rund 50 Spieler, die meisten zwischen 15 und 25 Jahre alt, fangen gerade Pokémon. Die ganze Stadt, so scheint es, ist mittlerweile auf der Jagd nach den bunten Wesen.

Jonas Stärk

Pokémon-Spieler am Kanonengraben: Das Foto ist nicht gestellt – so sieht es hier zurzeit jeden Tag aus, wenn Pokémon-Fans auf der Jagd nach den kleinen Monstern sind. Foto: Matthias Ahlke

Ein Kenner erklärt die Sachlage so: „Hier sind zwei Pokéstops.“ Ein Lockmodul zieht die Ungeheuer an, die mittlerweile ganz Münster überrennen. Auch den ruhigen Kanonengraben an der Promenade. Zum Glück nur virtuell auf den Smartphones der Online-Gamer.

Die Spieler reden miteinander, einige laufen langsam und ein wenig ziellos durch die Gegend. Sie alle eint der starre Blick auf ihr Smartphone. Bei einem vibriert es plötzlich: „Ein Pokémon“, sagt er. Auf seinem Bildschirm, der bisher nur die Karte der Umgebung anzeigte, erscheint plötzlich ein kleines grünes Federding. Und er sieht ein Bild des Spielplatzes. Das Pokémon hockt vor ihm und guckt ganz dreist.

„Pokémon Go“ ist in wenigen Wochen zum Hype geworden. Auch in Münster. An nahezu allen Stellen der Stadt tummeln sich die virtuellen Monster, die durch die Kamerafunktion der Geräte im realen Stadtbild für die Spieler sichtbar werden, die sie jagen. Besonders innerstädtische und dicht besiedelte Gebiete sind bei den Pokémon-Jägern beliebt, da es dort mehr „Pokéstops“ gibt, an denen die Spieler für das Spiel wertvolle Gegenstände erhalten, mit denen sie ihre Pokémon nach Kämpfen heilen oder neue Monster fangen können.

Ludgeriplatz und Hauptbahnhof bei Spielern beliebt

„Orte wie der Ludgeriplatz oder der Hauptbahnhof sind beliebt unter den Spielern“, erzählen Niklas (20), Marvin (17) und Benedikt (17), die selber in der Nähe des Aasees auf Monster-Suche waren. „Man hat das Gefühl, Münster sei eine Hochburg für Pokémon-Spieler“, meint Luis Francke (20) und bestätigt den Eindruck, dass in der Stadt besonders viele Pokémon-Jäger unterwegs sind.

Am Kanonengraben sind permanent „Lockmodule“ platziert, die Monster anlocken. Und ihre Jäger. Manchmal sollen es über 50 sein. „Besonders abends sind dort viele Spieler“, bestätigen Leonard (23) und Nils (21), die mit ihren Monstern um eine „Pokémon-Arena“ in der Nähe des Hauptbahnhofs kämpfen.

Radfahrerin über Pokémon-Go-Spieler

Der Hype um Pokémon Go wird allerdings nicht von jedem positiv gesehen. „Es werden immer mehr, irgendwann rennen die einem vor das Fahrrad oder das Auto, weil sie nicht mehr von ihren Smartphones hochschauen“, schimpft eine Radfahrerin.

Auch für die Spieler ergeben sich durch den Hype um das Spiel Probleme, da die Server manchmal unter dem Druck der vielen User zusammenbrechen. So war es den Spielern in Münster beispielsweise am Freitag zwischen 10 und 13 Uhr kaum möglich, sich im Spiel anzumelden.

Das gefällt: Pokémon tauchen an realen Orten auf

Wenn man die Spieler nach dem Ursprung des Hypes fragt, fällt in der Antwort besonders oft das Wort „Nostalgie“. Zusätzlich verstärkt wird dieser Faktor durch die Tatsache, dass bei Pokémon Go jene Monster auftauchen, die in ersten Spielen vor über zehn Jahren auftauchten. Genau diese Spiele waren bei vielen der heutigen Spieler der erste Kontakt mit Videospielen in der Kindheit. Auch die Tatsache, dass die Pokémon nun an realen Orten auftauchen, sehen die Spieler positiv, da man so wieder einen Grund habe, sich draußen zu bewegen.

Pokémon-Go

Die kuriosesten Vorfälle

So funktioniert „Pokémon Go“

Pokémon Go ist das neueste Spiel der Pokémon-Videospielreihe. Erstmals kann ein Pokémon-Spiel auf Geräten gespielt werden, die keine Nintendo-Konsolen sind. Während man in den meisten Spielen der Pokémon-Reihe einen Avatar durch eine fiktive Welt bewegt, wird der Spieler bei Pokémon Go selbst zum Avatar und muss sich durch die reale Welt bewegen.

Pokémon gibt es in Pokémon Go an allen Orten. Jedes Pokémon hat einen spezifischen Typ. In Pokémon Go sind die Fundorte der Pokémon zum Teil an die Typen der Pokémon angepasst. So findet man zum Beispiel an Seen oder Flüssen vorwiegend Wasser-Pokémon.

Der Grundbildschirm sieht aus wie die Karte in einem Navigationsgerät. Dort werden „Pokéstops“ mit kleinen blauen Markierungen gekennzeichnet. Dort können sich die Spieler Gegenstände sichern, die im Spiel von Nutzen sind.

Die „Pokéstops“ befinden sich meistens an markanten Punkten wie Bahnhöfen oder Gedenktafeln. Wenn ein Spieler an einem Punkt ist, an dem sich ein Pokémon befindet, erscheint das Pokémon auf der Karte.

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