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Aufatmen auf dem Domplatz

Wochenmarkt-Händler dürfen vorerst weiter verkaufen

Münster

Auf dem Wochenmarkt am Domplatz herrschte bei den Händlern am Mittwoch angespannte Stimmung. Denn die Absage des Marktes wegen der Corona-Krise stand doch wieder im Raum.

Karin Völker

Es bleibt vorerst dabei: Der Wochenmarkt auf dem Domplatz findet trotz Corona-Krise weiter zu den gewohnten Zeiten statt. Foto: Karin Völker

Auf dem Domplatz gab es am Mittwochvormittag so gut wie kein anderes Thema. „Bis Samstag“ – das konnten weder Kunden noch Verkäufer an den Ständen leichthin sagen. Denn obwohl die Stadt noch am Dienstag beschlossen hatte, den Wochenmarkt wegen der Corona-Krise nicht abzusagen, stand dies schon wieder auf der Kippe.

Am Nachmittag verkündete dann Oberbürgermeister Lewe nach intensiver Abwägung: Wir bleiben dabei. Der Markt wird weiter stattfinden. Einzige Einschränkung: Die 19 Versorgungsstände, dort wo sich Kunden an Stehtischen scharen, um Backfisch oder Reibekuchen zu essen oder Kaffee zu trinken, müssen sich anders organisieren: „Keine Zelte, keine Schirme, keine Stehtische“, fasst Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer am Nachmittag bei einer Pressekonferenz im Rathaus zusammen. Mit anderen Worten: Nichts, was die längere Ansammlung größerer Menschenmengen auf engem Raum begünstigen würde, soll vorübergehend auf dem Markt erlaubt sein, so Lewe.

Der Markt als Existenzgrundlage

Erleichterung bei Sebastian Bussmeyer, dem Sprecher der Marktbeschicker: „.Hauptsache Wochenmarkt“, fasst Bussmeyer zusammen, der auf dem Domplatz mit seinem Fischstand präsent ist. So wie sehr viele der Händler auf dem Markt, hat er kein stationäres Geschäft. „Der Wochenmarkt hier ist für viele der Händler die Existenzgrundlage“, betont Bussmeyer.

Auch für Hassan Gülnar vom Gemüsestand „Paris Direct“. „Wir sind nur hier auf dem Domplatz“, sagt er. „Wohin mit der Ware, wenn wir hier nicht mehr verkaufen können?“ Auch Jürgen Potthinck, sieht gegen Mittag das Meer seiner Tulpen, Narzissen, Vergissmeinnicht und anderer Frühblüher in akuter Gefahr. Was, wenn der Markt für Wochen nicht stattfinden kann? Die Saison der Frühlingsblumen ist dann vorbei, ein stationäres Geschäft hat er nicht.

Schnelltest-Labor

Die Stadt plant, in den nächsten tagen einen Laborcontainer für den Corona-Selbsttest aufzustellen. Dort die notwendigen Utensilien ausgehändigt, der Abstrich könne sofort selbst vorgenommen und zur Analyse abgegeben werden, so Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer.

Corona hin oder her – es ist am Mittwoch auf dem Wochenmarkt bei mittelprächtigem Märzwetter am Mittag nicht leerer als sonst. Von den Kunden mag niemand einsehen, warum einkaufen an frischer Luft nicht mehr erlaubt sein sollte.

"Eine Super-Lösung"

Am Backfischstand von Bussmeyer steht wie immer eine Riesenschlange. „Eine Super-Lösung“, freut sich der Fischhändler im Namen aller Marktbeschicker nach der Entscheidung am Nachmittag. Im Gespräch war auch, den Markt räumlich zu entzerren, teilweise auf den Prinzipalmarkt zu verlagern. Womöglich ein Szenario für die Zukunft. Denn auch für die aktuelle Entscheidung über den Marktbetrieb gilt – sie kann sich wieder ändern.

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