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Bilanz für 2021

Wohn- und Stadtbau besorgt über drastisch steigende Baukosten

Münster

Das Wohnungsunternehmen Wohn- und Stadtbau hat seine Bilanz für 2021 vorgelegt. Das Zahlenwerk ist sehr gut, nicht aber des Aussicht. Steigende Zinsen, steigende Baukosten und steigende Energiekosten bereiten den Verantwortlichen Sorgen.

Von Klaus Baumeister

Das Führungsteam der Wohn- und Stadtbau, bestehend aus den Prokuristen Sebastian Albers (v.l.) und Sabrina Rahne sowie Geschäftsführer Stefan Wismann stellten den Geschäftsbericht 2021 vor. Im Hintergrund einige aktuelle Neubauprojekte. Foto: Oliver Werner

Beim Blick zurück ist alles gut, beim Blick nach vorn reiht sich Fragezeichen an Fragezeichen. So könnte man die Bilanzpressekonferenz zusammenfassen, bei der das städtische Wohnungsunternehmen Wohn- und Stadtbau seine aktuellen Zahlen vorstellte.

Bei einer Bilanzsumme von 428 Millionen Euro erwirtschaftete das Unternehmen im vergangenen Jahr 8,7 Millionen Euro Gewinn, den es – anders als in der Vergangenheit – nicht an die Stadt abführen muss. „Wir erhöhen damit unsere Eigenkapitalquote“, zeigte sich Geschäftsführer Stefan Wismann erfreut über diese Entscheidung der Stadt Münster, die zweifelsfrei „mehr ist als eine Wertschätzung“. Eine hohe Eigenkapitalquote erleichtere die Finanzierung. In Zeiten steigender Kreditzinsen sei das von Vorteil.

741 Wohnungen aktuell im Bau

Weiter konnten Wismann und die beiden Prokuristen Sabrina Rahne und Sebastian Albers von zahlreichen Fertigstellungen in 2021 berichten: 43 öffentlich geförderte Wohnungen, fünf frei finanzierte, 24 Eigentumswohnungen, eine Großtagespflege, ein Ladenlokal und eine Fünf-Gruppen-Kita. Weitere 741 Wohnungen befanden sich zum Stichtag 31. Dezember 2021 im Bau.

Soweit die Schokoladenseite in der Bilanzpressekonferenz. Die Sorgenfalten verdeutlichte Wismann anhand zweier Zahlen: Im aktuellen Jahr kalkuliere die Wohn- und Stadtbau mit durchschnittlichen Investitionskosten von 210.000 Euro je Baueinheit, im kommenden Jahr mit 260.000 Euro.

Bei der Vermietung neuer Wohnungen beziehungsweise beim Verkauf neuer Eigentumswohnungen werde man diese Mehrausgaben weitergeben müssen.

Als einen Kostentreiber benannte Wismann das Bauholz, das innerhalb eines Jahres um 61 Prozent teurer geworden sei. „Sollten sich die aktuellen Steigerungen so fortsetzen, ist Wohnungsbau künftig nicht mehr darstellbar.“

Gas bereits frühzeitig eingekauft

Was die aktuellen Gaspreise betrifft, so stellt sich die Wohn- und Stadtbau auf eine wachsende Nervosität innerhalb der eigenen Mieterschaft ein. Zum Bestand gehören rund 7000 Wohnungen.

Da man für die Mehrfamilienhäuser mit Gasheizung das Gas bereits zu einem Zeitpunkt eingekauft habe, als die Preise – im Vergleich zu heute – niedrig waren, gehen die Verantwortlichen von einem zeitlich verzögerten Preisschock aus. Aber er werde kommen.

Nach Auskunft von Sebastian Albers wird die Wohn- und Stadtbau ihre Anstrengungen beim Energiesparen und im Hinblick auf die angestrebte Klimaneutralität forcieren. Dazu gehören energetische Sanierungen, Dachbegrünungen und Photovoltaik.

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