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Modellprojekt für Menschen mit geistiger Behinderung

Wohnen und Leben ohne Barrieren

Münster

Ein neues Wohnprojekt soll es auch Menschen mit geistiger Behinderung ermöglichen, ein eigenständiges Leben zu führen. Mehr Lebensqualität durch technische Innovationen, so lautet eine Devise.

Von Von Helmut P. Etzkorn

Stellten das Projekt am Mittwoch vor (v.l.): Ulrich Dartmann, Max Seppendorf, Silvia Braakmann und Ruth Meyerink vom Stift Tilbeck, rechts Bianca Rodekohr vom Projekt „Selbstständiges Wohnen“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Foto: hpe

Es gebt um mehr als nur Barrierefreiheit in den eigenen vier Wänden: In zentraler Lage in Roxel entsteht bis 2023 ein inklusives Wohnprojekt „Individuelle Lebens(t)räume in guter Nachbarschaft“. Gebaut wird erstmals in Münster ein Haus mit elf Appartements für Menschen mit geistiger Behinderung, die zusätzlich auch noch mobilitätseingeschränkt sind und es deshalb schwer haben, sich zu orientieren und Teil der Gemeinschaft zu werden.

Die Gesellschaft „Selbstständiges Wohnen“ (SeWo) des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe realisiert das knapp drei Millionen Euro teure Vorhaben im Rahmen eines Förderprogramms für innovative Wohnkonzepte, die für Betroffene bezahlbar sein müssen und gleichzeitig ein Höchstmaß an Technikunterstützung für ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben bieten sollen.

Für Rollstuhlfahrer geeignet

In den Appartements, von denen einige auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind, werden Türen, Fenster, Jalousien, Licht und Heizung wahlweise über Taster, Sprache, mobile Schalter oder das Smartphone gesteuert. Das ermöglicht Menschen mit Bewegungseinschränkungen, autark alles daheim bedienen zu können.

„Mehr Lebensqualität durch technische Innovationen“, so Bianca Rodekohr von „Selbstständiges Wohnen“ am Mittwoch bei der Vorstellung des Projektes. Die Standortwahl für das Gebäude wurde ganz bewusst auf den Ortskern fokussiert, um auch eine Integration in die Nachbarschaft möglich werden zu lassen. „Wir wollen im Quartier ein Netzwerk für die neuen Bewohner schaffen, Kontakte zu Vereinen und lokalen Treffs herstellen und so Begegnungen ermöglichen“, hofft Rodekohr.

Pflegeexperten und Serviceraum

Die Monatsmiete in den knapp 50 Quadratmeter großen Appartements im sozialen Wohnungsbau wird laut Landschaftsverband unter 500 Euro liegen. Pflegeleistungen sind individuell buchbar. Kooperationspartner für die passgenaue Unterstützung der Bewohner ist die Stift Tilbeck GmbH, die den neuen Mietern „eine höhere Selbstständigkeit in der Lebensführung ermöglichen soll“, so Ruth Meyerink vom Stift Tilbeck.

Im Gebäude selbst werden die Pflegeexperten vom Stift Tilbeck mit einem Service-Büro vor Ort sein, ein Gemeinschaftsraum ist vorgesehen. Infos für Interessierte: Silvia Braakmann, Stift Tilbeck, Tel. 02507/981 822.

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