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Meinungen zu "Montagsspaziergang" und Gegendemo

Wut, Rechte und Extreme

Münster

Wie stehen die Münsteranerinnen und Münsteraner zum "Montagsspaziergang" von Impfpflichtgegnern und der Gegendemo? Das haben wir unser Leserinnen und Leser gefragt. Es zeigt sich: Einige Münsteraner haben das Treiben gewisser Demo-Teilnehmer genau im Blick.

Von Björn Meyer

Björn Wegner (r.), Protagonist der coronaskeptischen Initiative „Gemeinsam für Grundrechte“, auf einem „Spaziergang“ am 27. Dezember. Foto: Oliver Werner

Die Frage unserer Zeitung, wie unsere Leser die Proteste gegen eine Impfpflicht sowie die Gegendemo empfinden, wird im Netz rege diskutiert.

Nüchtern bewertet Nutzer Alexander Thies die Situation. Er schreibt: „Gewaltfreie Proteste sind ein legitimes Mittel, als Bürger seine Unzufriedenheit über die aktuelle Politik zu äußern. Besonders in Zeiten eines dauerhaften Ausnahmezustands.“ Emotionaler wird Nicole Dobrat: „Wut, Verständnislosigkeit und Grauen lösen in mir die Bilder der ach so friedlichen Spaziergänger und Demos aus. Die stille Mehrheit muss lauter werden“, äußert sie.

Neonazi-Partei Neue Stärke kündigt Kommen an

Auch Michael Sibbing hat offenbar wenig Verständnis für die sogenannten Spaziergänger: „Diese Herrschaften sollten ihre Energien nicht vergeuden, sondern direkt mal zu den Krankenhäusern spazieren und sofort mithelfen.“ Michael Konsbruch schlägt verbal in die gleiche Kerbe, er sagt, Proteste gegen den Schutz von Menschenleben seien eine Perversion des Demonstrationsrechts und einfach nur niederträchtig.

Eine große Rolle in der Diskussion spielt zudem das Thema, aus welchem Milieu sich die Impfpflichtgegner rekrutieren. Manfred Schulte schreibt dazu: „AfD-Politiker und Nazis (...) werden toleriert. All das mit Wissen des Organisators. Die Spaziergänger sind zwar größtenteils aus der bürgerlichen Mitte, sollten sich aber dessen bewusst sein.“ Nutzer Dominik Buibasko postet dazu einen Screenshot aus einem Telegram-Chat zu den sogenannten Spaziergängen. Auf dem kündigt ein stadtbekannter Neonazi an: „Wir sind im neuen Jahr wieder dabei.“ Dazu ein Bild, auf dem noch neun weitere Personen zu sehen sind. Alle mit Pullovern der kürzlich gegründeten Partei „Neue Stärke“, die aus einem thüringischen Neonazi-Verein hervorgegangen ist. Die Anfangsbuchstaben des Parteinamens, die bei jedem Ortsverband über einem Schwert im Logo auftauchen, sind dabei wohl nicht ganz zufällig gewählt.

Familien, Senioren und fragwürdige Posts

Wendelin Giesenkamp meint: „Konzentriert euch doch mal auf die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer. Das sind viele junge Leute, Familien und auch sehr viele Senioren, die dieses Thema belastet.“

Doch auch Nutzer Sven Hanses nimmt Bezug auf die öffentlichen Telegram-Channel der Impfpflichtgegner. „Man muss sich nur (...) ansehen, was da geteilt wird. Rechtsextremismus, AfD-Plakate, Beiträge des ehemaligen Professors Bhakdi, Beiträge des ehemaligen Polizisten Tim Kellner (...), Beiträge der Verschwörungsideologin (...) Eva Hermann, Beiträge von Bernd Klein, der (...) erzählte, dass Geimpfte im September sterben würden.“

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