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Ausstellung am Wewerka-Pavillon am Aasee

Zehn Kunstwerke durch Vandalismus beschädigt

Münster

Unbekannte haben eine Kunst-Austellung am Wewerka-Pavillon am Aasee stark beschädigt. Wer die Täter sind, ist laut Polizei noch unklar. Parolen lassen aber Rückschlüsse auf ein mögliches Motiv zu. 

Von Pjer Biederstädt

Einige der Kunstwerke wurden mit scharfen Gegenständen eingeschnitten. Foto: Oliver Werner

Die Polizei bestätigte auf Anfrage, dass die Initiatorinnen der Ausstellung Anzeige erstattet haben. Der Grund: In der Zeit zwischen Mittwoch (9. Juni, 22 Uhr) und Donnerstag (10. Juni, 15 Uhr) haben bislang unbekannte Täter die zehn Kunstwerke der Kunstakademie-Gruppenausstellung  „Vulventempel“ beschädigt.

Alle Werke wurden mit scharfen Gegenständen eingeschnitten oder mit politischen und  antifeministischen Parolen beschmiert. Außerdem sei die Verglasung des Pavillons mit einem spitzen Gegenstand eingeritzt worden, so die Polizei. 

Manche Kunstwerke wurden mit antifeministischen Parolen versehen. Foto:

Die Ausstellung befasst sich thematisch mit der Kulturgeschichte der Vulva und verweisen auf wissenschaftliche und kunsthistorische Aspekte. Sie löste bereits vor der Eröffnung heftige Reaktionen aus.

Lisa Tschorn, Mitorganisatorin der Ausstellung, zeigte sich dementsprechend gefasst. "Ich bin nicht überrascht, wir wussten, dass wir ein Risiko eingehen", sagte sie auf Anfrage unserer Zeitung. Den materiellen Schaden beziffert sie auf 25.000 bis 30.000 Euro.

Da die Ausstellung am Sonntag endet, werde man keine Reparaturarbeiten vornehmen. "Wahrscheinlich bleibt es wie es ist. So wird die Ausstellung vom Tempel zum Mahnmal", sagte Tschorn.

Statement des Rektorats

Das Rektorat der Kunstakademie Münster hat die Nachricht über die Zerstörung der Ausstellung mit großer Betroffenheit aufgenommen, wie es in einer Mitteilung schreibt.

"Kunst kann aus unterschiedlichsten Gründen in verschiedenem Maße provozierend auf Menschen wirken, das soll sie nicht selten auch; und das darf sie auch, denn die Kunst ist in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft wie der unseren frei und muss es sein", heißt es in dem Statement. 

Der aggressive Akt zeige, dass eine demokratische Widerspruchs- und Streitkultur eine permanente Aufgabe bleibe. Er zeige aber auch, wie wichtig und richtig das Anliegen der Ausstellung selbst sei, heißt es in dem Schreiben des Rektorats. Und abschließend: "Wir bitten zugleich um Vorsicht bei Spekulationen über die Beweggründe und Quelle des Zerstörungsaktes."

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