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Deserta-Tarantel

Zoo freut sich über Spinnen-Nachwuchs

Münster

Bei Artenschutz haben die meisten vermutlich Tiere wie Eisbär und Orang-Utan im Kopf. Doch in Münsters Zoo wird auch an der Nachzucht kleinerer Arten gearbeitet. Eine Spinne, die eigentlich alles andere als klein ist, hat jetzt für ein „vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“ gesorgt. 

Ein Deserta-Tarantel-Weibchen in Münster trägt seine Jungtiere noch mit sich. Foto: Allwetterzoo Münster

Wenn der Allwetterzoo Nachwuchs verkündet, ist die Reaktion oft ein „oh, wie süß“. Bei dem am Mittwoch mitgeteilten Nachzuchterfolg wird sich aber vermutlich auch das ein oder andere „ih, wie ekelig“ in die Reaktionen mischen. Denn die sehr seltene Art, deren Nachwuchs in Münster aus dem Kokon geschlüpft ist, ist eine Tarantel mit einer Beinspannweite von zwölf Zentimetern.

Die Deserta-Tarantel gilt nach Angaben des Allwetterzoos als größte Wolfsspinne der Welt und kommt nur im Nordteil einer kleinen Insel bei Madeira vor. Allerdings ist sie durch Lebensraumzerstörung und invasive Arten stark bedroht. Aus diesem Grund wird sie in drei Deutschen Zoos gehalten und gezüchtet.

Huckepack auf dem Rücken der Mutter

Jetzt gibt es auch bei den erst seit Mitte Oktober in Münster lebenden Spinnen Nachwuchs. „Für mich ist das wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“, freut sich der Kurator für Forschung und Artenschutz im Allwetterzoo, Dr. Philipp Wagner, über den Zuchterfolg. „Als junger Student habe ich während meiner ersten Forschungsreise den Lebensraum oft besucht und konnte die Spinne in der Natur bewundern.“

Rund vier Monate nach der Paarung bauen die Weibchen einen Kokon. In diesem Fall hat das Team des Allwetterzoo Münster also bereits ein trächtiges Exemplar vermittelt bekommen, da die Tiere erst seit knapp sechs Wochen in Münster leben. „In den ersten Tagen nach dem Schlupf tragen die Weibchen die Jungtiere noch mit sich rum und bewachen sie. Aber bereits nach wenigen Tagen werden die frisch geschlüpften Jungspinnen ihre Mutter verlassen“, erklärt Kristina Theobald, die Bereichsleiterin des Artenschutz-Campus im Allwetterzoo. Danach seien sie dann komplett auf sich allein gestellt.

Ziel: Auswilderung

„Die Nachzucht dieser bedrohten Spinnenart ist ein wichtiger Baustein, wenn wir diese Art retten wollen“, so Wagner. „Denn wenn der Lebensraum wieder auf der portugiesischen Insel wieder lebensfreundlicher für diese spannenden Tiere wird, ist es wichtig, dass es bei den dann ausgewilderten Tieren eine große genetische Varietät gibt.“ Nur so sei gesichert, dass die Nachzucht in den Zoos auch wirklich nachhaltig ist.

Die Deserta-Tarantel

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