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Keine Vertragsverlängerung

Zoodirektor Wilms geht

Münster

Zoodirektor Thomas Wilms verlässt spätestens Ende 2020 den Allwetterzoo Münster. Er verzichtet auf eine Verlängerung seines dann auslaufenden Vertrages. Die Gründe liegen im persönlichen Bereich.

Ralf Repöhler

Dr. Thomas Wilms leitet seit Januar 2016 den Allwetterzoo. Auf eine Vertragsverlängerung über Ende 2020 hinaus verzichtet er. Foto: hpe

Zoodirektor Dr. Thomas Wilms wird seinen bis zum 31. Dezember 2020 laufenden Vertrag entgegen früherer Signale nicht verlängern. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte am Freitagnachmittag der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ludger Hellenthal. Danach hätten persönliche Gründe zu der überraschenden Entscheidung der Eheleute Wilms geführt.

Wilms, promovierter Biologe, ist erst seit Januar 2016 in der Nachfolger von Jörg Adler Geschäftsführer des Zoologischen Gartens in Münster. Den noch gültigen Vertrag möchte der 49-Jährige erfüllen. „Rein formal betrachtet ist Herr Dr. Wilms seiner vertraglichen Verpflichtung nachgekommen, bis spätestens neun Monate vor Ablauf der Vertragszeit mitzuteilen, ob er für eine weitere Vertragsperiode zur Verfügung steht“, bestätigte der städtische Personaldezernent Wolfgang Heuer die anstehende Trennung.

Stadtspitze überrascht

Sowohl die verantwortlichen Aufsichtsgremien im Allwetterzoo als auch die Stadtspitze sind überrascht worden von der Entscheidung. Denn die in den vergangenen Wochen angelaufenen Gespräche über eine Vertragsverlängerung hätten einen positive Verlauf genommen, sagte Heuer.

Kommentar: Der Schritt ist konsequent

60 Millionen Euro sollen in den Allwetterzoo Münster fließen, um ihn als Klima- und Artenschutz-Zoo weiterzuentwickeln. Zoodirektor Dr. Thomas Wilms begeisterte die Ratsfraktionen mit dem Masterplan 2030 plus. Jetzt geht der Chefstratege, bevor es zur Umsetzung neuer Klima-Zonen kommt. Das ist ein Rückschlag für das Millionenprojekt, auch wenn es in einer Teamleistung entstanden ist.

Zur Wahrheit gehört, dass Wilms  – bei aller fachlichen Kompetenz – nicht richtig in Münster angekommen zu sein scheint. Mehrfach hatte er Kontakt mit anderen Zoos, jetzt zieht er die Konsequenz und verzichtet auf eine Vertragsverlängerung. Das ist schade, aber am Ende wohl auch richtig so. Ralf Repöhler

Wilms habe zunächst gegenüber Hellenthal, Heuer und Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier seinen Wunsch bekundet, über den 31. Dezember 2020 hinaus für den Allwetterzoo Münster Verantwortung tragen zu wollen. Dies sollte laut Heuer durch einen positiven Beschluss in der Ratssitzung im Oktober bestätigt werden. Dazu kommt es nun nicht mehr. Vielmehr werden Stadt und Zoo nach der Sommerpause ein geordnetes Verfahren zur Neubesetzung der Stelle einleiten.

Was passiert mit der Zukunftsstrategie?

Hellenthal bedauert die Entscheidung von Wilms, den Allwetterzoo zu verlassen. „Herr Dr. Wilms macht eine gute Arbeit, hat den Zoo weiterentwickelt und den Masterplan 2030 plus auf den Weg gebracht“, bescheinigte er.

Mögliche Bedenken, dass der Weggang Konsequenzen auf die Umsetzungen der millionenschweren Zukunftsstrategie für die nächsten zehn Jahre hat, teilt Hellenthal nicht. Der Masterplan, der bei den Ratsfraktionen auf breite Zustimmung traf, sei in einer Teamleistung unter anderem mit den beiden Prokuristen des Zoos und einer externen Beratungsgesellschaft entstanden. Er bleibt die Marschroute und das verbindliche Ziel“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende.

Wilms kam 2016 vom Frankfurter Zoo, wo er zuletzt stellvertretender Leiter war, nach Münster. Dort war er vor zwei Jahren erneut im Gespräch, als der damalige Direktor in den Ruhestand ging. Aktuell angesprochen wurde Wilms als möglicher Nachfolgekandidat für die scheidende Zoodirektorin des renommierten Tiergartens Schönbrunn in Wien. Dazu kommt es allerdings nicht.

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