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Tierisch heiß

Zootiere haben eigene Hitzestrategien

Münster

Schlamm als Sonnencreme, Fellverlust, Vollbad: Tiere haben ihre ganz eigenen Strategien gegen die Hitze. Mitunter sind diese ziemlich raffiniert, wie ein Besuch im Allwetterzoo zeigt.

Anna Girke

Die Elefanten im Allwetterzoo kühlen sich im Wasserbecken ihres Geheges ab. Die Zootiere versuchen der Hitze durch Wasser und Schatten zu entgehen, die Pfleger halten für sie Eisbomben bereit. Foto: Allwetterzoo

Jan Finster steht am Orang-Utan-Gehege und wirft den Affen gefrorene Orangen zu, denn nicht nur den Menschen machen die hohen Temperaturen zu schaffen. Auch die Tiere im Allwetterzoo Münster brauchen eine Abkühlung. „Man muss sich immer was Neues ausdenken, um den Tieren die Hitze erträglicher zu machen“, erklärt der Tierpfleger. Vor der Sonne schützen sich die schlauen Orang-Utans aber selbst: Sie hängen sich Leinensäcke über.

Laut Simone Scheka, Kuratorin des Zoos, haben viele Tiere ihre eigenen Hitzestrategien: „Trampeltiere und Zebras verlieren ihr Fell, Nashörner und Elefanten nutzen Schlamm als natürliche Sonnencreme.“ Die Dickhäuter nehmen gerne ein Wasserbad. „Die Elefanten sind da wie Menschen“, so Scheka.

Wasserscheue Giraffen

„Sie gehen lieber ins Wasser, wenn die Pfleger sie vorher nass gespritzt haben, und wir Menschen duschen uns vor dem Baden ja auch erst ab.“ Eine kühle Dusche genießen auch die Pinguine unter dem Rasensprenger, im Gegensatz zu den wasserscheuen Giraffen, die lieber trocken im Schatten liegen.

Selbst für die dickfelligen Bären ist die Hitze kein Problem. „Viele Tiere bekommen Eisbomben oder Schläuche mit gefrorenem Wasser, Obst oder Gemüse“, so Zookuratorin Simone Scheka. Genau wie die Tiger gehen auch Bären gerne baden. Der dicke Pelz ist bei der Hitze nicht unbedingt ein Nachteil: Er schützt vor Sonnenbrand, denn auch Tierhaut reagiert sensitiv auf Strahlung.

Schlaue Strauße

Eine eigene Abkühlungsstrategie haben Strauße: „Sie plustern ihr Gefieder auf und speichern so frische Luft“, erklärt Scheka. Sie kennt auch den kühlsten Ort im Zoo: „Die Watvogelanlage gleicht einem Nordseestrand und bleibt aufgrund der Bäume und Wasserteiche schattig kühl.“

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