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Kleines Buch für neue Kita-Eltern

Zum Wohle des Kindes

Münster

„Hurra, ich bin jetzt in der Kita!“ So lautet der Titel eines Ratgebers für die neuen Kita-Eltern, die sich genau wie ihre Kleinen komplett umstellen müssen. Damit es nicht in Stress ausartet, sollten sich Erzieher und Eltern mit Verständnis und Offenheit begegnen.

Maria Meik

Max präsentiert die Broschüre, die neuen Kita-Eltern Aufschluss geben soll, worauf es ankommt im täglichen Kita-Alltag, damit Kinder, Eltern und Erzieher starke Partner werden. Foto: mm

Küsschen, Tränen und Gebrüll – dieses Büchlein ist für Mamas und Papas gedacht, die mit ihrem kleinen Liebling die ersten Schritte im Kita-Alltag gehen. Und das gestaltet sich häufig alles andere als kinderleicht. Um so wertvoller ist da die handliche Broschüre, die aus Kindersicht aufzeigt, worauf es jetzt ankommt, damit das Kita-Miteinander prächtig gedeihen kann. „Hurra, ich bin jetzt in der Kita“ ist der Titel des humorvollen Ratgebers, der am Freitag vorgestellt wurde und in einer Auflage von 5000 Exemplaren an die neuen Kita-Eltern verteilt wird.

Der Jugendamtselternbeirat (JAEB) hatte die Idee für dieses anschauliche mit lustigen Illustrationen gestaltete Werk, das der erste Vorsitzende Johannes Schmanck näher vorstellte. Sandra Stürzl hat als Hauptautorin darin einen neuen Kita-Jungen zur Hauptfigur gemacht und dabei neun Themen auf den Punkt gebracht. „Und zwar ohne erhobenen Zeigefinger“, erläuterte Johannes Schmanck. „Lasst euch Zeit bei der Eingewöhnung und hört auf die Erzieher, denn sie wissen, was sie dem Kind zumuten können“, so Schmanck, der als Vater gut nachvollziehen kann, das Eltern anfangs Probleme damit haben ihr Kind zurückzulassen – in einer der 180 Kitas in Münster.

Beziehungskrise der Eltern, Stress, Streit und Ärger – das bewegt auch Kinderherzen. Weiß der Erzieher dagegen, was zu Hause los ist, kann dies nur von Vorteil fürs Kind sein. Pünktlichkeit ist nicht nur eine Tugend, sondern ein weiteres Thema in dem Ratgeber. Zu spät in den Morgenkreis zu kommen störe nicht nur die Gruppe, sondern sei für das Kind der totale Horror. Kita-Regeln und Zuhause-Regeln, Kranksein, Feierabend oder Elternengagement – es ist alles dabei. „Der Kita-Job ist anstrengend für alle und bedeutet eine komplette Lebensumstellung“, sagte Schmanck. Kritik komme da nicht gut an. Lob und Wertschätzung sollten vielmehr selbstverständlich sein für ein konstruktives Miteinander.

Die Broschüre basiert auf einer Erziehungspartnerschaft mit den Berufskollegs Espa, Anne-Frank-Schule und der Hildegardisschule. Sibylle Kratz-Trutti, die beim Jugendamt für Tageseinrichtungen zuständig ist, initiierte eine Arbeitsgemeinschaft, die Schulen, Eltern, Lehrer und Kita-Vertreter an einen Tisch bringt. „Das Buch ist ein guter Aufgalopp für etwas, was unbedingt thematisiert werden sollte“, betonte Espa-Schulleiter Lutz G. Böhm. Seine Studierenden hätten in der Praxis die Erfahrung gemacht, dass es Konflikte in der Zusammenarbeit von Kita und Eltern gebe.

„Das Buch ist ausgesprochen gut, es regt zum kreativen Nachdenken an, lobte Felizitas Schulte, die als Verbundleiterin für vier katholische Kindergärten in Hiltrup und Amelsbüren zuständig ist.

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