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„Münster mittendrin“-Freitagskonzerte am Domplatz

Zurück mit Gute-Laune-Feuerwerk

Münster

Was für ein Auftakt! Die Konzerte am Freitag auf der Domplatzbühne waren ein würdiger Start ins Stadtfest 2022 nach dreijähriger Zwangspause. Von positiven Überraschungen, einer Gute-Laune-Explosion aus dem Rheinland und einem Weltstar, der mehr als nur geliefert hat.

Beim Auftritt von Felix Jaehn tanzten die Massen auf dem Domplatz bis in die letzte Reihen. Foto: Pjer Biederstädt

Sogar ganz hinten auf dem Domplatz, von wo Felix Jaehn nur als kleiner Punkt oder aber auf der Videoleinwand zu erkennen war, tanzten die Massen kurz vor Mitternacht ausgelassen als gäbe es kein Morgen.

Der DJ traf den Nerv, sein Elektro war nicht verkopft, sondern stadtfesttauglich gespickt mit tanzbaren Wiedererkennungseffekten. Die Stimmung war daher exzellent, niemand hielt still. Schon gar nicht Jaehn selbst, der tanzend an den Plattentellern alles gab, während Feuerstöße und Konfettifontänen im Wechsel in den Himmel schossen und Fans Pappschilder mit Liebesbekundungen hochhielten.

Querbeat mit Gute-Laune-Feuerwerk

Vor dem eineinhalbstündigen Auftritt des Weltstars teaserte MBP (Must be played), ein DJ aus Warendorf, das Publikum mit elektronischen Beats an. 30 Minuten, klares Set - genau das Richtige als Einstieg für Jaehn. 

Und auch zum Runterkommen war MBP genau der richtige Act. Denn zuvor hatte die 13-köpfige Bonner Brasspop-Band Querbeat ein wahres Feuerwerk abgebrannt. Die Mischung aus musikalischem Können der Bläser-Armada und Entertainment-Qualitäten war einfach überzeugend.

Crowdsurfen auf Flamingos

Die Gute-Laune-Kapelle aus dem Rheinland ließ sogar zwei Fans gegeneinander im Crowdsurfing antreten. Das Wettrennen wurde in übergroßen aufblasbaren Flamingo-Plastiktieren ausgetragen - eine Riesengaudi! 

Dazu kam etwas Glück: Die Sonne senkte sich während ihres Auftritts gen Horizont, sodass die Trias aus Bühne, angestrahltem St.-Paulus-Dom und Abendhimmel eine spektakuläre Kulisse bot.

Und wer hat's immer am schwersten an so einem Abend? Na der, der zuerst auf die Bühne muss. Das war am Freitagabend Alexander Knappe, der durch seine Auftritte in der ersten Staffel der Sendung X-Factor bekannt wurde.

Applaus für Selbstironie

So viel vorab: Knappe war eine weitere positive Überraschung des Abends. Gute Stimme zu eingängigem Pop und herausragende Entertainer-Qualitäten. "Auf dem Weg hierher bin ich zwei Mal geblitzt worden. Der Lappen ist safe weg", sagte der 37-Jährige, ohne sich davon die Laune verderben zu lassen.

Sehr angenehm: Er wusste, auf wen die Leute warten. Ob das Publikum ihn überhaupt kennen würde oder nur auf Jaehn warte, wollte er wissen. Und, wer ihn bisher so richtig schlecht gefunden hätte. Vermutlich kaum jemand. Stattdessen gab es für diese Portion Selbstironie reichlich Applaus. 

Unterm Strich bleiben Konzerte auf dem Domplatz am Freitagabend, die stimmungsmäßig in den Stadtfest-Annalen ihresgleichen suchen dürften. Gelungener Auftakt!

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