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Auf dem Weg „zum Kindergarten“

Zweijährige nachts alleine unterwegs

Münster-Hiltrup

Die Polizei hat am Mittwochmorgen ein kleines Mädchen an der Hülsebrockstraße aufgegriffen. Die junge Dame wollte zu ihrem Kindergarten.

Michael Grottendieck

  Foto: Anne Eckrodt

Am nächsten Morgen nimmt die Mutter den nächtlichen Schrecken bereits mit einer Prise Humor. „Ich dachte, das passiert uns erst, wenn unsere Tochter 15 Jahre alt ist.“

Leider weit gefehlt. Der Nachwuchs erweist sich bereits viel früher als nachtaktiv. Die aufgeweckte junge Dame, um die es hier geht, ist keine drei Jahre alt. Sie ist zarte zweieinhalb Jahre jung und ausgesprochen flügge. Von der Polizei wird sie am Mittwochmorgen um 2.15 Uhr an der Hülsebrockstraße aufgelesen. Ein Anwohner hat dort das Kind in Höhe der Christuskirche gesehen – und die Polizei verständigt.

Den Vornamen kann die junge Dame nennen, nicht aber ihren Hausnamen. Dennoch gelingt es der Polizei, ihr Zuhause ausfindig zu machen und sie dort wohlbehalten abzuliefern. Die Eltern trauen ihren Augen nicht, als sie durch das mehrfache Klingeln und die wiederholten Rufe durch die offene Haustür aus dem Schlaf erwachen.

Ihre Tochter, die sich im Schlepptau von drei Polizisten befindet, macht einen quietschfidelen Eindruck, und erzählt ganz stolz, sie sei sogar mit dem Polizeiauto gefahren. Mit den Polizisten habe sie sich nett unterhalten, erzählt sie. Auch auf die Frage, wohin sie denn allein nachts gehen wollte, hat die Kleine die passende Antwort parat. „Ich wollte zum Kindergarten“, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

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