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Deutschlandtag: Stimmung unter münsterischen JU-Mitgliedern zwiegespalten

Zwischen Frust und Zukunftsplänen

Münster

Mit rund 20 Teilnehmern ist der Kreisverband der Jungen Union Münster auf dem Deutschlandtag vertreten. Die Nachwuchspolitiker sind stolz darauf, dass der Parteitag in ihrer Heimat stattfindet. An ihre Partei haben sie klare Forderungen. 

Von Elisa Schwarze

Die münsterischen JU-Delegierten diskutieren über den Neuanfang ihrer Partei. Foto: Elisa Schwarze

Der Neuanfang der CDU beginnt in Münster: Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union treffen sich seit Freitag hunderte Delegierte aus der ganzen Nation, um über die Zukunft ihrer Parteien zu diskutieren. Mit dabei sind auch rund 20 Mitglieder des gastgebenden Kreisverbands Münster. Für viele von ihnen ist es der erste Deutschlandtag: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal die Möglichkeit bekomme, an so einem großen Event teilzunehmen“, freut sich Linde Buder.

Dass die Veranstaltung dieses Jahr in ihrer Heimat stattfindet, erfülle die jungen Politikerinnen und Politiker mit Stolz. „Münster und das Münsterland stehen sinnbildlich für die gesamte Republik“, betont Dietrich Aden vom Kreisvorstand. „Wir schaffen es wie keine andere Region, Jung und Alt, Stadt und Land zu verbinden.“

Inhalte wieder klar benennen

Auf den Zustand der Union blicken die Münsteraner mit gemischten Gefühlen. „Uns ist bewusst, dass im Wahlkampf einiges schief gelaufen ist“, so die stellvertretende Kreisvorsitzende Helene Wolf. Eine Neuausrichtung der Partei unter der Führung junger Menschen sei nach den Wahlergebnissen dringend notwendig. Es stimme sie positiv, dass auf dem Deutschlandtag eine gewisse Aufbruchstimmung herrsche: „Wir haben Bock, es besser zu machen.“

Matthias Lehmann verlangt von seiner Partei „klare Sprache, klare Inhalte und eine klare Vision“. Jedes Mitglied sollte nachts aufwachen und drei oder vier Punkte nennen können, für die die Partei stehe. Auch Linde Buder hat konkrete Ideen für die kommenden Monate: Man müsse die Basis stärker in Entscheidungen miteinbeziehen und frische Köpfe in die vordersten Reihen bringen, meint die 22-Jährige. Frauenförderung sei dabei ein wichtiger Bestandteil, Diskussionen um Quotierungen und Geschlechtergerechtigkeit halte sie allerdings für nebensächlich. „Ich brauche nicht zwingend eine Frau an der Spitze, um mich vertreten zu fühlen.“

Carsten Linnemann besonders beliebt

Bezüglich des Parteivorsitzes gebe es im Verband „sehr unterschiedliche Meinungen“, erklärt Buder. Dem zukünftigen Vorsitzenden solle es vor allem gelingen, alle Strömungen in der Partei zu vereinbaren. Friedrich Merz und Jens Spahn, denen Ambitionen auf den Führungsposten nachgesagt werden, deuteten auf dem Deutschlandtag an, dass sie dazu bereit wären. 

Helene Wolf, stellvertretende Kreisvorsitzende der JU Münster

Favorit unter den münsterischen Teilnehmern sind sie jedoch nicht. Bei ihnen steht vor allem  Carsten Linnemann, Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, hoch im Kurs. Dass er seit Jahren sein Direktmandat halte, zeuge von Kompetenz, meint Helene Wolf. Auch sein Auftritt am Samstagnachmittag hat die Münsteraner überzeugt. Ob Linnemann überhaupt kandidieren möchte, ist allerdings offen. 

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