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St.-Josef-Stift

14 Corona-Tote in Emsdettener Altenheim

Emsdetten

Im Altenheim St.-Josef-Stift sind innerhalb einer Woche acht weitere Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Corona-Virus gestorben. Die strenge Isolation wird jetzt zumindest für die gesunden Bewohner etwas gelockert.

Klaus Spellmeyer

Im Emsdettener St.-Josef-Stift werden über 100 zum Teil schwerst pflegebedürftige Menschen betreut. 14 sind bereits mit einer Corona-Infektion gestorben. Foto: Jens Keblat

Im Altenheim St. -Josef-Stift sind innerhalb einer Woche acht weitere Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Corona-Virus gestorben. Das Stift beklagt somit seit dem Ausbruch der Infektion 14 Tote. Im gesamten Kreis Steinfurt sind nach Angaben von Dienstagmittag 25 Menschen mit einer Coronavirus-Infektion verstorben.

In dem Haus in Emsdetten werden 114 zum Teil schwerst pflegebedürftige Menschen betreut, in der Regel hochbetagt. Die Lage in dem Stift hat sich dennoch ein wenig entspannt: „Es sind jetzt noch 13 Bewohner mit dem Virus infiziert, drei weniger als in der vergangenen Woche“, sagte Dr. Peter Eckhardt, Vorstand der Stiftung St. Josef, am Dienstagmorgen am Telefon. Von den Mitarbeitern seien bisher 15 erkrankt, zehn befänden sich noch in häuslicher Quarantäne, fünf sind bereits gesundet.

Hospiz-Mitarbeiter abgezogen

Inzwischen sind auch Kräfte aus dem Hospiz „Haus Hannah“ abgezogen worden, um die Intensiv-Pflegekräfte im St.-Josef-Stift zu unterstützen.

In Abstimmung mit dem Krisenstab des Kreises Steinfurt ist die strenge Isolation gelockert worden. „Unsere Bewohner haben kein Stubenarrest mehr“, sagte Eckhardt. Die Pflegebedürftigen, die nicht infiziert seien, können ihre Zimmer stundenweise wieder verlassen und sich auch mal wieder im Innenhof bewegen. „Die Gemeinschaftseinrichtungen sind weiter gesperrt und alle Bewohner müssen Masken tragen“, betonte der Kuratoriums-Vorsitzende. Die nicht infizierten Bewohner haben auch nur beschränkt zu festen Zeiten Freigang und werden von den Pflegern begleitet. „Nach 14 Tagen Isolation sind wir froh, dass wir es wieder ermöglichen können, dass sie wenigstens für zwei Stunden am Tag ihre Zimmer verlassen können“, so Eckhardt weiter.

Mitarbeiter dürfen wieder nach Hause

Die meisten Mitarbeiter haben nach Ostern eine schöne Überraschung erhalten: Für sie endet heute die Unterbringung in den Hotels. „Es sei denn, ein Mitarbeiter möchte auf eigenen Wunsch im Hotel bleiben, weil es zum Beispiel in seiner Familie Corona-Fälle gibt“, erklärte Eckhardt. Anders verhält es sich allerdings mit den Pflegern, die die infizierten Bewohner betreuen. Sie müssen weiter in verstärkter Isolation ausharren, um „alles auszuschließen“.

Dr. Peter Eckhardt, Vorstand der Stiftung St. Josef

Die Pflegekräfte im St.-Josef-Stift gelangen an ihre menschlichen Grenzen. „Jeder Tod ist ein Tiefschlag“, sagte der Stiftungs-Vorstand. Da tut es sehr gut, dass sie von den Emsdettenern eine Welle der Solidarität erfahren. So haben die Rotarier ihnen am Samstag dicke Osterpakete vorbeigebracht.

Aber auch viele Menschen haben Osterhasen oder andere kleine Geschenke zum Teil einfach vor die Tür gestellt. „Wir erleben eine unglaubliche Solidarität“, sagte Dr. Peter Eckhardt. Die Bürger bekundeten ihre Dankbarkeit: „Ihr macht einen guten Job.

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