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Spatenstich

A1-Ausbau zwischen Münster und Ascheberg gestartet

Münster

Die Bagger haben schon längst Fakten geschaffen, die Überholspur in Fahrtrichtung Süden ist bereits weggeräumt: Der sechsstreifige Ausbau der Autobahn 1 zwischen Münster und Ascheberg hat begonnen. Die Bauarbeiten dauern mehrere Jahre. 

Offizieller Baubeginn: Für rund 93 Millionen Euro soll der 9,5 Kilometer lange Abschnitt ausgebaut werden, über den derzeit täglich mehr als 66.000 Fahrzeuge donnern. Foto: Gunnar A. Pier

Die Autobahn Westfalen investiert in den kommenden fünf Jahren rund 93 Millionen Euro in den sechsstreifigen Ausbau der A1 zwischen der Anschlussstelle Ascheberg und der Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal an der Anschlussstelle Münster-Hiltrup. Die 9,5 Kilometer lange und mit mehr als 66.000 Fahrzeugen am Tag hochfrequentierte Strecke ist nach Fertigstellung im Jahr 2027 für bis zu 102.000 (bislang 62.000 Fahrzeuge) ausgelegt.

Durch den Ausbau wirkt die Autobahn Westfalen einer Überlastung dieses Abschnitts der überregional bedeutenden Nord-Süd-Verbindung entgegen, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Trotz eines prognostiziert steigenden Verkehrsaufkommens verringert sich die Anzahl der Staus und somit auch die Umweltbelastung durch den Schadstoffausstoß der Verkehrsteilnehmer.

Zudem werden volkswirtschaftliche Schäden durch verkehrsbedingte längere Lenkzeiten im Schwerlastverkehr reduziert. Gleichzeitig verbessert die Autobahn Westfalen den Lärmschutz für die Anwohner der Gemeinde Ascheberg-Davensberg und setzt ökologische Maßnahmen entlang der Ausbaustrecke um.

Weniger Stau und neue Brücken

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich haben Erhard Zangl, Referatsleiter Nord-West aus dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Anne Rethmann, Geschäftsführerin Finanzen der Autobahn GmbH des Bundes und Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Autobahn-Niederlassung Westfalen, am Dienstag (20.9.) den Beginn des Ausbaus eingeläutet.

Die Erweiterung der A1 zwischen Ascheberg und dem Dortmund-Ems-Kanals ist einer von zehn Teilabschnitten des sechsstreifigen Ausbaus vom Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück bis zum Kamener Kreuz. „Dieser großräumige Ausbau zeigt den Stellenwert der A1 im deutschlandweiten Autobahnnetz. Er stärkt nicht nur die Wirtschaft entlang der Strecke, sondern ist auch ein Meilenstein für den stetig zunehmenden Pendler-, Reise- und Schwerlastverkehr“, sagt Erhard Zangl aus dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Durch die mit dem Ausbau einhergehende Steigerung der Kapazität wird künftig zum einen die Gefahr von Auffahrunfällen reduziert und somit die Sicherheit erhöht. Zum anderen werden parallel verlaufende Bundes- und Landesstraßen entlastet, die bislang vor allem zu Stoßzeiten und an Ferienwochenenden als Ausweichstrecken genutzt wurden.

Verbesserungen durch Lärmschutz 

Im Zuge des Ausbaus werden insgesamt 15 Brücken im Verlauf und über die Autobahn erneuert. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unseres Brückennetzes“, sagt Anne Rethmann aus der Geschäftsführung der Autobahn GmbH. Die jeweils über die Autobahn führenden Brücken Amelsbürener Straße (K39) und Bönneweg werden zudem in Fertigteilbauweise gefertigt und eingehoben. „Durch das innovative Verfahren beim Neubau der K39, wo wir auf einen Mittelpfeiler verzichten, greifen wir im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise nicht in den Verkehr auf der A1 ein. Dieser kann somit besser fließen“, erklärt Rethmann den Vorteil des Verfahrens.

Den feierlichen Spatenstich zum Ausbau der A1 zwischen Ascheberg und Münster-Hiltrup begingen (v.l.n.r.) Christian Schulze Pellengahr, Landrat des Kreises Coesfeld, Matthias Richter vom Dezernat Verkehr der Bezirksregierung Münster, Andreas Bothe, Regierungspräsident der Bezirksregierung Münster, Thomas Stohldreier, Bürgermeister der Gemeinde Ascheberg, Anne Rethmann, Geschäftsführerin der Autobahn GmbH des Bundes, Erhard Zangl, Referatsleiter Nord-West im Bundesministerium für Digitales und Verkehr und Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Autobahn-Niederlassung Westfalen. Foto: Autobahn Westfalen

Durch den sechsstreifigen Ausbau rückt die Autobahn automatisch ein kleines Stück näher an den Ascheberger Ortsteil Davensberg heran. „Für die Anwohner ist das allerdings kein Nachteil“, versichert Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen. „Nördlich der Brücke Amelsbürener Straße bauen wir auf einer Länge von 660 Metern eine neue, 3,5 Meter hohe Lärmschutzwand. Außerdem bringen wir auf rund 2,2 Kilometern auf beiden Richtungsfahrbahnen Flüsterasphalt auf.“ Dieser offenporige Asphalt mindert den Lärm für Anwohner um rund fünf Dezibel. Das entspricht ungefähr dem Effekt einer um weitere zwei Meter erhöhten Lärmschutzwand. „Die Einwohner Davensbergs bekommen durch diese Maßnahmen von der Autobahn in Zukunft weniger mit als heute“, bilanziert Sauerwein-Braksiek.

Verbreiterung der Autobahn beginnt 2023

Eine ökologische Aufwertung findet im Bereich des Emmerbachs, einem Nebenfluss der Werse statt. Dieser wird in ein naturnah gestaltetes Bachbett entlang der Autobahn umgelegt. Der Uferbereich soll aufgeweitet und tiefliegende Überflutungsflächen, sogenannten Retentionsflächen, geschaffen werden. Zudem schließt die Autobahn Westfalen die in die Jahre gekommenen Rastplätze „Weißes Venn“, „Hohe Heide“, „Davert“ und „Kurze Geist“. Die Flächen werden entsiegelt und rekultiviert. Die wegfallenden Stellplätze werden im Rahmen eines übergreifenden Netzkonzeptes an den Raststätten „Im Mersch“ und „Eichengrund“ sowie den Rastplätzen „Fuchs-Eggen“ und „Haus Recke“ flächenschonender und mit besserer Infrastruktur wie Beleuchtung und Toilettenhäuschen wiederhergestellt.

Nachdem bereits seit Mai vorbereitende Maßnahmen für den Ausbau auf dem Standstreifen und der Überholspur in Richtung Dortmund laufen, wird nun nach und nach mit dem Neubau der Brückenbauwerke begonnen. In dieser Zeit kommt es immer wieder zu Baustellenverkehrsführungen auf der Autobahn, die vier Fahrstreifen sollen jedoch bis auf einige Vollsperrungen an Wochenenden erhalten bleiben. Die Verbreiterung der Autobahn auf sechs Fahrstreifen beginnt voraussichtlich im März 2023.

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