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Umfrage unter Medizinern in Westfalen-Lippe

Ärzte fordern bessere Nachwuchsarbeit

Münster

Die Ärztinnen und Ärzte in Westfalen-Lippe würden der Zukunftsfähigkeit des Gesundheitswesens in Deutschland bestenfalls ein „ausreichend“ geben. Das hat eine Umfrage der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) ergeben. Die Mediziner würden ­damit deutlich machen, „dass das Gesundheits­wesen, wie es heute aufgestellt ist, eben nicht zukunftsfähig ist“, meint dazu Dr. Hans-Albert Gehle, der Präsident der Ärztekammer am Montag.

Von Stefan Werding

Ärztemangel und der Mangel an Medizinstudienplätzen seien das drängendste Problem, um das sich die Politik kümmern muss, sagen Ärztinnen und Ärzte aus Westfalen-Lippe in einer Umfrage. Foto: dpa

Die Förderung des medizinischen Nachwuchses ist in den Augen der Ärztinnen und Ärzte in Westfalen-Lippe das Thema, das am dringendsten angepackt werden muss – und nicht etwa Corona. Das hat eine Umfrage der Ärztekammer Westfalen-Lippe unter 48 000 Medizinern ergeben. Ein Zehntel davon hat sich im Herbst daran beteiligt, am Montag hat die Kammer die Zahlen vorgestellt.

Danach sind Ärztemangel und der Mangel an Medizinstudienplätzen die wichtigsten Probleme, die Bundes- und Landesregierung angehen müssen. Der Meinung waren drei Viertel der Teilnehmende. 63 Prozent nannten die Gewährleistung einer flächendeckenden ambulanten Versorgung als vorrangige Aufgabe, 55 Prozent der Befragten forderten, die Finanzierung der Krankenhäuser durch DRGs zu korrigieren. DRG bedeutet, dass Kliniken für eine bestimmte Behandlung nur eine feste Vergütung erhalten, unabhängig davon, wie hoch ihr tatsächlicher Aufwand ist.

Jeder zweite Arzt findet gesetzliche und private Versicherungen „nicht so wichtig“

Rund die Hälfte nannten die unzureichende Finanzierung von Krankenhausinvestitionen durch das Land als vorrangig. 43 Prozent wünschen sich eine bessere Krankenhausplanung, 42 Prozent eine Reform der Gebührenordnung für Ärzte. Auch in einer Grundsatzfrage des deutschen Gesundheitswesens bezogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Befragung Stellung. 32 Prozent erachteten den Erhalt eines Krankenversicherungssystems mit gesetzlichen und privaten Versicherungen für sehr wichtig, 19 Prozent immerhin für wichtig. Knapp 49 Prozent hingegen fanden den Erhalt des dualen Systems „nicht so wichtig“.

Die Frage, wie die Menschen in Deutschland den Berufsstand der Ärzte einschätzen, beantworteten die Ärzte mit einer 2,6. Von der (damaligen) Bundesregierung fühlten sich die Mediziner dagegen weniger wertgeschätzt. Hier gehen die Mediziner von einer Note von 3,9 aus, bei der Landesregierung von 3,8.

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