1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Aufnahme von Flüchtlingen: Ascheberg sieht sich zu Unrecht am Pranger

  6. >

Streit

Aufnahme von Flüchtlingen: Ascheberg sieht sich zu Unrecht am Pranger

Ascheberg/Arnsberg. Die Gemeinde Ascheberg sei die einzige Kommune in NRW, die sich weigert, weitere Flüchtlinge aufzunehmen, sagte die Arnsberger Regierungspräsidentin Diana Ewert am Dienstag. Postwendend dementierte Aschebergs Bürgermeister Dr. Bert Risthaus diese Darstellung.

Elmar Ries

Welches Signal kam aus Ascheberg? Bürgermeister Bert Risthaus (links) und Arnsbergs Regierungspräsidentin Diana Ewert machen da unterschiedliche Angaben. Foto: tani/dpa/gap, Montage: gap

"Damit hat sich Ascheberg aus der Solidargemeinschaft der nordrhein-westfälischen Städte und Gemeinden verabschiedet", formulierte Ewert, deren Behörde landesweit für Flüchtlinge zuständig ist. Die Kommunen seien verpflichtet, nach einem bestimmten Schlüssel Asylsuchende bei sich aufzunehmen.

Aschebergs Bürgermeister Risthaus dementierte am Nachmittag prompt irritiert. Er habe erst am vergangenen Freitag der Bezirksregierung mitgeteilt, dass in der Gemeinde Ascheberg derzeit 35 freie Plätze zur Verfügung stehen. Allerdings sei er nicht bereit, Sporthallen zur Verfügung zu stellen, da dadurch das soziale Gefüge in der Gemeinde gestört würde. Zudem seien diese Gebäude für eine dauerhafte Unterbringung von Flüchtlingen nicht geeignet.

Ascheberg hatte zu jenen Gemeinden gehört, die unlängst einen Brief an Bundeskanzlerin Merkel und NRW-Ministerpräsidentin Kraft geschrieben hatten. Inhalt: Ihre Möglichkeiten, zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen, seien erschöpft. Daraufhin war ihnen ein Atempause verschafft worden, dahingehend, dass sie für rund drei Wochen keine neuen Asylsuchenden zugewiesen bekamen.

Startseite
ANZEIGE