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Tierhaltung

Bauernverband fordert staatliche Ausstiegsförderung

Münster/Berlin

Geld vom Staat für Landwirte, die aus der Nutztierhaltung aussteigen? Das war lange ein Tabu, doch jetzt fordert der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband erstmals aber genau das.

Von Frank Polke

Angesichts der andauernden tiefgreifenden Krise in der deutschen Schweinehaltung fordert der WLV in einem Positionspapier eine Umstrukturierungsprämie für die Nutztierhaltung. Foto: Sina Schuldt (dpa)

Zeitenwende in der heimischen Agrarpolitik: Angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs und der Debatte über mehr Tierwohl und der ökologischen Folgen der Tierhaltung fordert der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) erstmals eine staatliche Ausstiegsförderung für tierhaltende Betriebe, die ihre Höfe aufgeben. Bisher hatte der einflussreiche Verband dies stets abgelehnt.

Viele Bauernfamilien wollen Schweinehaltung aufgeben

„Angesichts der seit langem katastrophalen Erlössituation bei Ferkeln und Schlachtschweinen und des Fehlens einer Perspektive über die künftige Ausrichtung der Schweinehaltung sehen viele unserer Bauernfamilien keine Zukunft mehr für die Weiterführung ihrer Nutztierhaltung. Wir brauchen daher staatliche Unterstützung, um ein flächendeckendes Wegbrechen von Strukturen sozialverträglich abzufedern“, sagte WLV-Präsident Hubertus Beringmeier.

Bisher habe man das immer abgelehnt, da der Strukturwandel meist im Zuge des Generationswechsels und als Folge des biologisch-technischen Fortschritts sozial verträglich erfolgte. „Dies ist hier und heute anders“, so Beringmeier nach dem Votum des WLV-Vorstandes. Die staatliche Ausstiegsförderung ist bereits in der Nutztierstrategie des „Borchert-Plans“ angelegt, die Umstrukturierungsprämie soll Betrieben zu Gute kommen, die ihre Nutztierhaltung aus bestimmten Gründen (z.B. ungünstiger Betriebsstandort) nicht weiter unternehmen können.

WLV-Präsident Hubertus Beringmeier

Entwicklung zu mehr Tierwohl

Die von Experten rund um den ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister Jochen Borchert (CDU) moderierte „Nutztierstrategie“ beinhaltet eine grundlegende Weiterentwicklung von Schweineställen hin zu spürbar mehr Tierwohl.

In einer ungewöhnlich breiten Allianz haben Agrar- und Umweltverbände die neue Bundesregierung aufgefordert, den bereits erzielten Konsens für den Umbau der Landwirtschaft umzusetzen. Der Kompromiss in der Zukunftskommission Landwirtschaft müssten in den Sondierungsgesprächen sowie in einer Koalitionsvereinbarung berücksichtigt werden, verlangten die Verbände am Dienstag in Berlin.

Kommentar: Realitäten akzeptiert

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