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Nach Verfolgungsjagd vorläufige Mordkommission eingerichtet

Beschädigtes Fahrzeug gefunden – 29-jähriger Coesfelder tatverdächtig

Coesfeld

Ein 29-jähriger Mann soll der Fahrer gewesen sein, der sich am Freitagabend in der Coesfelder Innenstadt eine gefährliche Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert hat. Davon geht die Staatsanwaltschaft Münster aus, die die Ermittlungen übernommen hat.

Detlef Scherle

Bei seiner Flucht krachte der Fahrer in diesen Biergarten. Foto: Fritz Rulle

Die Polizei hat inzwischen das beschädigte Fahrzeug gefunden, mit dem der Coesfelder in hoher Geschwindigkeit durch einen Biergarten gefahren war. Dabei hatte er Tische und bepflanzte Kübel gerammt und durch herumfliegende Teile zwei Menschen leicht verletzt. Ermittlungen ergaben, dass der Fahrer auf dem anschließenden Fluchtweg zwei weitere geparkte Autos beschädigte, in einem Fall konnte sich ein Kind nur noch durch einen Sprung zur Seite vor dem Fahrzeug retten.

Das Auto, ein dunkler Fiat Punto, konnte in der Coesfelder Innenstadt sichergestellt werden. Von dem Fahrer fehlt aber noch jede Spur.

„Die Fahndung läuft“, erklärte Dirk Ollech, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Er gehe zurzeit davon aus, dass sich der Tatverdächtige nicht mehr in Coesfeld aufhält.

Die Staatsanwalt habe die Ermittlungen, die von einer vorläufigen Mordkommission in Münster geführt werden, an sich gezogen, weil zu klären sei, ob bei dem schnellen Durchfahren der Gasse in dem Biergarten von einem bedingten Tötungsvorsatz auszugehen ist, hieß es. Die Motivlage des Mannes ist noch völlig unklar.

Fest steht nach Angaben von Ollech, dass der Mann den Fiat Punto vor Kurzem wohl rechtmäßig erworben hatte – allerdings war er mit gestohlenen WAF-Kennzeichen unterwegs, als ihn eine Polizeistreife am Freitag gegen 19 Uhr in der Coesfelder Innenstadt kontrollieren wollte. Er soll zuvor ohne Sicherheitsgurt unterwegs gewesen sein.

Ob noch weitere Straftaten Grund dafür sind, dass er sofort das Weite suchte – „das wissen wir noch nicht, das ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, so Ollech. Der Staatsanwalt ist zuversichtlich, dass der Mann früher oder später gefasst werden kann. Eine breite Öffentlichkeitsfahndung mit genauer Personenbeschreibung hat die Ermittlungsbehörde noch nicht herausgegeben.

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