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Bezirksregierung tritt Präventionsnetzwerk bei

Gemeinsam gegen die öffentliche Wut

Münster

Beschäftigte im öffentlichen Dienst sehen sich immer häufiger Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt. Das Präventionsnetzwerk NRW will sie zu schützen. Viele Institutionen, Organisationen, Behörden und Verbände wirken mittlerweile bei #sicherimDienst mit.

Das Netzwerk #sicherimDienst hat sich dem Schutz der Beschäftigten im öffenlichen Dienst verschrieben. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd/Symbolbild

Mitarbeiter in Verwaltungen und Behörden, Bürgermeister, Rettungskräfte, Polizei – immer mehr Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, berichten von Beleidigungen, Drohungen und sogar körperlichen Übergriffen. Längst sind es keine Einzelfälle mehr. Um eben jene Menschen besser zu schützen, die für die Gesellschaft arbeiten, um ihre Schicksale sichtbar zu machen und um ihnen zu helfen, Erlebtes zu verarbeiten, ist der Regierungsbezirk Münster am Mittwoch dem Präventionsnetzwerk ­„#sicherimDienst“ beigetreten.

Regierungspräsident An­dreas Bothe, Gastgeber im Gebäude am Domplatz, sagte: „Viele Einrichtungen und Behörden stehen vor denselben Herausforderungen, die Fälle, in denen Menschen bedroht oder beschimpft wurden, sind vielerorts gleich oder vergleichbar. Der Austausch über das Netzwerk wird uns weiterbringen.“ Der öffentliche Dienst sei eine tragende Säule des demokratischen Miteinanders, „die es unbedingt zu schützen gilt“. Gemeinsam mit der Botschafterin der Initiative, Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf, NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und Koordinator Andre Niewöhner unterzeichnete Bothe die symbolische Beitrittsurkunde.

Seit dem Start der Initiative Anfang 2022 haben sich bereits mehr als 700 Multiplikatoren aus über 300 Institutionen und Behörden dem Netzwerk angeschlossen.

NRW-Innenminister Herbert Reul freute sich über die demonstrative Geschlossenheit der „kommunalen Familie“. Gleichzeitig äußerte er seine persönliche Betroffenheit über die Umstände, mit denen es die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu tun haben: „Was ist unserer Gesellschaft eigentlich abhandengekommen?“, fragte Reul rhetorisch.

„Dass man mit Menschen so umgeht, das verstehe ich nicht.“ Der Busfahrer, die Pflegekraft, die Polizistin – sie sind nach ihrem Dienstschluss Menschen, die ihre Kinder abholen, ihren Baukredit abbezahlen, die Freunde haben, die lieben und geliebt werden. „Und deswegen müssen sie auch so behandelt werden.“

Herbert Reul (CDU), Innenminister in NRW Foto: Oliver Berg/dpa

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