1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Brennhaare bei sechs Patienten in Münster aus dem Auge operiert

  6. >

Eichenprozessionsspinner

Brennhaare bei sechs Patienten in Münster aus dem Auge operiert

Münster

Augen-Operationen wegen brennender Härchen: An der Uniklinik Münster sind in der vergangenen Woche bei sechs Patienten Brennhaare des Eichenprozessionsspinners aus der Hornhaut entfernt worden. Das Gesundheitsamt Münster hat daher seine Verhaltensempfehlungen ergänzt.

WN

Die betroffenen Patienten der Uniklinik Münster hatten über eine Rötung eines Auges, ein Fremdkörpergefühl, Tränen, Jucken und starke Schmerzen geklagt. Foto: Colourbox.de (Symbolbild)

Der Eichenprozessionsspinner kann offenbar auch an den Augen heftige Reaktionen verursachen. Darauf hat die Uniklinik Münster (UKM) am Freitag hingewiesen. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet von sechs Patienten, denen in dieser Woche Härchen des Prozessionsspinners aus dem Auge operiert werden mussten.

Wissenschaftlich seien solche Fälle in Deutschland bisher noch nie beschrieben worden. Die Patienten hatten über eine Rötung eines Auges, ein Fremdkörpergefühl, Tränen, Jucken und starke Schmerzen geklagt. Die Härchen seien so fein, dass „wir sie selbst mit unseren filigransten Instrumenten kaum zu fassen kriegen“, erklärt Baydoun. Sie seien schwer zu sehen und schwierig aus der Hornhaut zu entfernen, in der sie sich festsetzen.

Patienten, die plötzlich – auch einseitig – ein rotes Auge haben, das heftig schmerzt, tränt und juckt, sollten nach UKM-Angaben schnell zum Augenarzt gehen und überprüfen lassen, ob da vielleicht etwas im Auge ist. Denn wenn es wirklich der Prozessionsspinner ist, dann werden die Beschwerden ohne Behandlung nicht abklingen, sagt Lamis Baydoun.

Auf dem Rad: Brille oder Sonnenbrille auf

Die Patienten hatten nach Angaben der Uniklinik berichtet, dass sie vor dem Auftauchen der Beschwerden Fahrrad gefahren waren, Laub aufgewirbelt oder bei der Reinigung von befallenen Bäumen zugeschaut hatten.

Das städtische Gesundheitsamt hat deshalb sein Merkblatt mit Verhaltensempfehlungen (pdf) bei Kontakt mit den Raupen ergänzt.

„Ich gehe davon aus, dass das Risiko für solche Schädigungen steigt, wenn die Brennhaare senkrecht mit höherer Geschwindigkeit - zum Beispiel beim Radfahren - auf die Hornhaut prallen”, sagte Amtsleiter Dr. Norbert Schulte Kalthoff. Deshalb empfiehlt er, bei Fahrten in der Nähe von möglicherweise befallenen Eichen eine Brille zu tragen. „Bereits eine Sonnenbrille dürfte gewissen Schutz gegen schwere Schädigungen bieten, noch besser dürfte eine Radfahrbrille schützen”, so seine Empfehlung - auch wenn keine wissenschaftliche Studie dazu bekannt ist.

Wenn Augen durch Brennhaare gereizt sind, sollten Betroffene sie nicht reiben. Dadurch könnten die feinen Härchen erst recht in die Hornhaut gelangen. Kalthoff empfiehlt, stattdessen die Augen mit sauberem Wasser oder Trinkwasser zu spülen.

Startseite