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Mehrheit in Laerer Rat will Trennung

Bürgermeister Maier droht die Abwahl

Laer

Der Laerer Verwaltungschef Peter Maier könnte im Herbst als zweiter Erster Bürger in Nordrhein-Westfalen unrühmliche Geschichte schreiben und von den Bürgern vor die Tür gesetzt werden. Dem gebürtigen Bayern droht die Abwahl. Im Rat steht die notwendige Mehrheit, um ein derartiges Verfahren einzuleiten. Der Beschluss dazu soll in der August-Sitzung fallen. Damit der heftig kritisierte Bürgermeister seine Koffer packt, müssen ihn 25 Prozent der wahlberechtigten Laerer abwählen.

Axel Roll

Peter Maier Foto: abi

Die Vorwürfe gegen den Bauingenieur, der vor seiner Wahl einen Neuanfang im Münsterland suchte, sind nicht von Pappe. Beleidigungen, Lügen, Intrigen, Respektlosigkeiten, ein von Misstrauen geprägtes Klima in der Gemeindeverwaltung und einen wenig demokratischen Führungsstil werfen ihm die Gegner in einer gemeinsamen Erklärung vor. Außerdem falle Maier immer wieder durch „indiskutables Verhalten sowohl in den Gremien als auch in der Öffentlichkeit auf“. Diese Eskapaden hätten zu einem starken Imageschaden der Gemeinde geführt.

Der Unmut schwelt schon lange

Eine Dienstaufsichtsbeschwerde, die Maier gegen ein fraktionsloses Ratsmitglied eingereicht hatte, brachte das Fass in den vergangenen Wochen zum Überlaufen. CDU, Grüne, Unabhängige und zwei fraktionslose Ratsmitglieder wollen das Abwahlverfahren durchziehen. SPD, FDP und eine weitere zweiköpfige Fraktion, die Maier ins Münsterland geholt hatten, wollen nicht so weit gehen. Die Sozialdemokraten wünschen sich, dass Maier er bei der nächsten Kommunalwahl nicht erneut antritt. Sie halten ihn zwar ebenfalls für nicht mehr tragbar, halten den Weg aber für zu teuer – und zu riskant. Es sei unklar, wie viele Bürger Peter Maier noch unterstützen.

Erster direkt abgewählter BGM kommt aus in Ennigerloh

Der erste in NRW direkt abgewählte Bürgermeister kommt aus Ennigerloh. Hans-Ulrich Brinkmann (SPD) stolperte 2002 über 145.000 Euro, die er einem 70-jährigen Sozialhilfeempfänger aus der Stadtkasse nach Afrika überweisen ließ, um sein angebliches Vermögen von 34 Millionen Euro bei der Bank of Nigeria auszulösen. Nach der Überweisung war erst das Geld, dann der Rentner und zum Schluss auch der Bürgermeister weg.

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