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Sternenbeobachtung über dem Münsterland

„C/2022 E3“: So ist der Komet am besten zu sehen

Münster

Kometen sind nur sehr selten zu sehen. Einer, der ab dem Wochenende zu sehen ist, zeigte sich zuletzt zur Zeit der Neandertaler. Nun ist er zurück und mit dem richtigen Blick und nur wenigen Hilfsmitteln auch aus dem Münsterland zu sehen.

Der neue Komet C/2022 E3 ZTF ist in den nächsten Wochen auch in Münster zu sehen. Dafür bedarf es wohl nicht vieler Hilfsmittel. Foto: picture alliance/dpa/Dan Bartlett | Dan Bartlett

Der Sternenhimmel hat zurzeit und in den nächsten Wochen einiges zu bieten: Ein seltener Komet und drei hell erleuchtete Planeten können so manch spektakuläre Beobachtung bieten. Der Komet mit dem wissenschaftlichen Titel „C/2022 E3“ ist in aller Munde, weil er zuletzt vor knapp 50.000 Jahren – zur Zeit der Neandertaler – zu sehen war.

Und weil die Rückkehr des Kometen nach Einschätzung von Astrologen mindestens genau so lange dauern wird, handelt es sich hierbei um ein einmaliges Erlebnis. Zu sehen ist der Komet bereits seit einigen Tagen, in den kommenden Wochen nähert er sich der Erde weiter an. Wir haben mit Dr. Tobias Jogler, dem stellvertretenden Leiter des Planetariums im LWL-Museum für Naturkunde in Münster gesprochen.

Fernglas oder doch Teleskop?

Er ist sich sicher. dass für die Beobachtung bereits ein „gutes Fernglas“ ausreicht. Dieses sollte mit einem lichtstarken Objektiv und einer mindestens drei Zentimeter großen Linse ausgestattet sein.

Üblicherweise sind Kometen – die laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Staubkörnern, organischen Molekülen und gefrorenen Gasen bestehen – nur mit professionellen Teleskopen zu beobachten. Mit dem menschlichen Auge wird „C/2022 E3“ nach Angaben des 42-Jährigen nicht zu sehen sein.

Diese Einschätzungen sind allerdings umstritten. Während die Europäische Raumfahrtbehörde Esa das Beobachten des Kometen mit einem Fernglas für möglich hält, geht die „Vereinigung der Sternenfreunde“ vom Gegenteil aus.

Graues Flimmern

Sicher ist: Weil sich der Komet in den nächsten Tagen weiter der Erde annähert, wird sich die Möglichkeit ihn zu beobachten laut Jogler noch weiter verbessern, Anfang Februar ist er „nur“ etwa 42 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Weil in der zweiten Februarhälfte weniger Mondlicht den Himmel erhellt, erhöhen sich die Chancen noch einmal deutlich.

Entdeckt wurde der Komet mit der Kurzbeschreibung ZTF vom Astronomenteam Zwicky-Transient-Facility aus Kalifornien Anfang März des vergangenen Jahres. Im Vergleich zu anderen Kometen ist er ungewöhnlich hell und wird nach Einschätzung von Jogler von der Erde aus als graues Flimmern zu beobachten sein.

Erst im Norden, später im Osten

Während der Komet als solcher nur etwa einen Kilometer groß ist, fällt er vor allem durch die Gas- und Staubpartikel, die von ihm ausgehen, auf. Sichtbar wird er durch die Reflexion des Sonnenlichtes auf die Partikel.

Jogler: „Für die ideale Beobachtung sollte der Himmel wolkenlos sein, außerdem müssen Interessierte an den Stadtrand oder auf Felder ausweichen.“ In Münster bieten sich besonders die Ränder von Stadtteilen wie Gievenbeck, Roxel oder Wolbeck an. Es gilt: Je weniger künstliche Beleuchtung, desto besser. Im Münsterland ist laut Einschätzung des Vereins der Sternenfreunde die Chance hoch, den Kometen von Standorten zwischen den Orten zu sehen und vor allem in dünn besiedelten Gebieten wie rund um Kattenvenne.

Noch mehr als „nur“ der Komet

Aktuell sollte sich der Blick von Astronomen und interessierten Laien gen Norden richten: Der Komet ist über der Deichsel des Sternenbildes des Großen Wagens zu sehen, wandert von dort zuerst Richtung Norden, nähert sich damit dem Mars an und folgt seiner Bahn später nach Osten. Das Interesse an dem Kometen ist laut Jogler deutschlandweit hoch, regional werden viele Einrichtungen wie Planetarien öffentliche Beobachtungen anbieten. Das LWL-Naturkundemuseum arbeitet hierbei mit dem Verein Sternenfreunde zusammen. Die nächste öffentliche Beobachtung, zu der in guten Zeiten bis zu 70 Personen kommen, findet am kommenden Donnerstag um 19.30 Uhr auf der Wiese vor dem Planetarium in Münster statt.

Mit drei hell erleuchteten Planeten bietet der Sternenhimmel im Februar aber noch mehr: Hoch am Westhimmel leuchtet der Mars in gelblich-rötlichem Licht. Im Laufe des Monats geht er immer früher unter. Im Westen ist der Jupiter im Sternbild Fische zu sehen und am Südwesthorizont erleuchtet die Venus, der innere Nachbarplanet der Erde.

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