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Alt-Bundespräsident

Christian Wulff wird Ehrenbürger von Osnabrück

Osnabrück

Alt-Bundespräsident Christian Wulff wird Ehrenbürger seiner Heimatstadt Osnabrück. Der Stadtrat stimmte am Dienstag einem Vorschlag von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) zu.

lni

Christian Wulff Foto: dpa

Wulff habe sich in besonderer Weise um seine Heimatstadt verdient gemacht, hieß es. Die Auszeichnung soll ihm im nächsten Jahr bei einem besonderen Festakt verliehen werden. Die Entscheidung traf der Stadtrat mit 42 Ja-Stimmen, 2 Gegenstimmen und 6 Enthaltungen.

Wulff (60) war von 2003 bis 2010 Ministerpräsident von Niedersachsen und von 2010 bis 2012 Bundespräsident. Vorher war er von 1986 bis 2001 für die CDU Ratsmitglied im Stadtrat Osnabrück tätig, darunter auch als Beigeordneter und Fraktionsvorsitzender.

Einen ersten Anlauf, Wulff zum Ehrenbürger Osnabrücks zu machen, hatte es Ende 2011 gegeben. Allerdings fiel dieser Vorstoß des früheren SPD-Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip zeitlich zusammen mit ersten Berichten über einen privaten Kredit an Wulff. In den Wochen darauf wurden immer mehr Vorwürfe gegen Wulff öffentlich, er habe sich in diversen Fällen der Vorteilsnahme schuldig gemacht. Am 17. Februar 2012 trat er vom Amt des Bundespräsidenten zurück. 2014 wurde er vom Landgericht Hannover von allen Vorwürfen freigesprochen.

Mit der Auszeichnung will die Stadt vor allem Wulffs Verdienste um den Erhalt des Automobilstandorts Osnabrück nach der Insolvenz des Cabrio-Bauers Karmann vor zehn Jahren würdigen. VW hatte große Teile des Werks übernommen. Damals saß Wulff als Ministerpräsident im VW-Aufsichtsrat. Er machte sich in dieser Funktion dafür stark, dass VW sich in Osnabrück engagierte und große Teile des Karmann-Werks übernahm. Auch sein Einsatz für religiöse Vielfalt und Toleranz würdigte Oberbürgermeister Griesert: „Der Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ hat Eingang in die Geschichtsbücher gefunden.

Wulff äußerte sich erfreut über die Anerkennung, er habe seiner Heimatstadt viel zu verdanken. „Hier gibt es eine wache und engagierte Bürgergesellschaft, der Stadt und ihren Bürgern liegen das Miteinander verschiedener Religionen und die offenherzige Integration der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ebenso am Herzen wie die historische Verantwortung, die aus dem Westfälischen Frieden 1648 oder dem Erbe des 1944 in Auschwitz getöteten Malers Felix Nußbaum erwächst“, erklärte Wulff in einer Stellungnahme.

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