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Apetito-Bilanz

Corona trifft Kantinen

Rheine/Münster

Currywurst und Pommes – das ist in den deutschen Kantinen immer noch der Renner. Aber: In der Corona-Pandemie müssen viele Betriebsrestaurants geschlossen bleiben. Das merkt auch Apetito aus Rheine.

Martin Ellerich

Currywurst – Lieblingsessen in deutschen Kantinen: Apetito spürt, dass viele Betriebsrestaurants wegen Corona geschlossen waren Foto: dpa

2019 gab es bei Apetito Wachstum in „nahezu allen Bereichen“ – vom „Retailgeschäft“ mit dem Handel über das „Systemgeschäft“ mit Krankenhäusern, Kitas, Schulen, Seniorenheimen sowie Betriebskantinen bis hin zum „Catering“, bei dem das Rheiner Familienunternehmen mit eigenen Arbeitskräften Betriebsgastronomie und Catering in Kliniken oder Schulen betreibt. „Zum ersten Mal in der Geschichte der Firmengruppe haben wir die Grenze der einen Milliarde Umsatz überschritten“, sagte Guido Hildebrandt, Vorstandssprecher der Apetito AG, am Dienstag beim Rückblick auf die Bilanz für das Jahr 2019. Dann kam Corona. Und seitdem ist vieles anders – auch bei Apetito.

„Alle Bereiche, die eher einen Lieferservice-Charakter haben“, seien gut durch die Krise gekommen, so Hildebrandt. „Das Verlangen – gerade der älteren Menschen und Menschen aus Risiko-Gruppen –, zu Hause zu bleiben, ist hier stark zum Tragen gekommen.“ So habe es beim Essen auf Rädern verstärkte Umsätze gegeben und viele Verbraucher hätten sich offenbar vermehrt mit Tiefkühl-Gerichten für zu Hause eingedeckt.

Aber: „Starke Einbrüche hatten wir natürlich im Bereich der Kita- und Schulverpflegung.“ Apetito merkte auch, dass viele OPs in den Krankenhäusern vorsichtshalber verschoben wurden, folglich weniger Patienten aufs Essen warteten. Und die Rheinenser bekamen den Trend zu Kurzarbeit und Homeoffice zu spüren – beim Systemgeschäft wie beim Catering. Ein Teil der von Apetito-Catering bewirtschafteten Betriebe war geschlossen, es gab Kurzarbeit. Wenn die Mitarbeiter weniger im Betrieb sind, „ist das schädlich für unser Catering-Geschäft“, sagt Andreas Oellrich, Geschäftsführer des Apetito Catering Konzerns. Und: „Da werden wir nicht an das Vor-Corona-Niveau herankommen“, vermutet er, weil Beschäftigte und Unternehmen oft Gefallen am Homeoffice gefunden hätten.

Lieblingsgerichte

Apetito listet jedes Jahr die Lieblingsmenüs der Kunden in den einzelnen Geschäftsfeldern auf:

Der Hersteller von (Tief-)Kühl-Menüs und Anbieter von Verpflegungskonzepten habe flexibel auf die Krise reagiert, so Hildebrandt: Apetito versorgte in Spanien Not-Kliniken in Hotels, produzierte „Mittagessen to go“ für Kitas, um betreuende Eltern zu entlasten, und stemmte die Nachfrage beim Essen auf Rädern.

Hildebrandt geht für 2020 von einem merklichen Umsatzrückgang „im unteren zweistelligen Prozentbereich aus“. Das werde sich „mit einer Übersetzung von zwei“ beim Ergebnis niederschlagen. Apetito wolle aber „eher noch gestärkt mit neuem Schwung das Hochlaufen in den Märkten mitgestalten“.

Im Jahr 2019 hat das Gesamtunternehmen beim Umsatz ein Plus von 17,4 Prozent auf 1035 Millionen € verzeichnet. Apetito versorgt mit 11 522 Mitarbeitern (+ 2104) weltweit täglich 1,4 Millionen Menschen mit Speisen.

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