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Sechsspuriger Ausbau

Der Baubeginn an der A 1 rund um Münster rückt näher

Münsterland

Das Münsterland ist ein Nadelöhr im Zuge der Autobahn 1: Noch immer sind die Abschnitte nördlich und südlich von Münster vierspurig. Doch das wird sich ändern. Jetzt wurden weitere Details bekannt.

Von Gunnar A. Pier

Blick von der Brücke der Altenberger Straße / Steinfurter Straße in Münster-Nienberge auf die Autobahn A1, Fahrtrichtung Norden / Bremen. An dieser Stelle endet noch der sechsstreifige Ausbau der Autobahn, soll aber demnächst weitergehen. Foto: Gunnar A. Pier

Rund um Münster hat die Zukunft schon begonnen: Zwischen der Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal südlich der Ausfahrt Münster-Hiltrup und dem Kreuz Münster-Nord ist die Autobahn 1 bereits sechsspurig. Doch hinter Münster müssen Autofahrer in beiden Fahrtrichtungen erst mal wieder einscheren, und die vielleicht wichtigste Autobahn Deutschlands zwängt sich durch vierspurige Nadelöhre. Das wird sich in absehbarer Zeit ändern. Am Dienstag wurden weitere Details bekannt.

In zwei Jahren sollen die Arbeiten in Münsters Norden beginnen

„Die Erweiterung bringt einen besseren Verkehrsfluss“, versprach Ricarda Beutler, Projektleiterin bei der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) am Dienstag. Die Maßnahme sei bereits ausgeschrieben, die Deges wartet auf Angebote. Die nötigen Flächen wurden gekauft, der Boden untersucht, nach und nach werden Bäume und andere Pflanzen am Wegesrand – Beutler nennet sie „Straßenbegleitgrün“ – entfernt. Die neue Autobahn wird schließlich 36 statt 31 Meter breit sein. 

Die Deges

In zwei Jahren soll der sechsspurige Ausbau des etwa 37 Kilometer langen Teilstücks zwischen Münster-Nord und Lotte/Osnabrück tatsächlich beginnen. Wenn alles gut läuft, hat die A 1 hier dreieinhalb Jahre später durchgehend drei Fahrbahnen pro Richtung. 

Einige Abschnitte schon fertiggestellt

Gebaut wird in mehreren Abschnitten, damit die Autofahrer nicht die 37 Kilometer am Stück durch eine Baustelle fahren müssen, was als zu anstrengend gilt. „Beruhigungsstrecken“, sagt Projektleiterin Beutler. Wann welcher Abschnitt dran ist, steht noch nicht fest.

Einige Abschnitte sind übrigens schon fertiggestellt, darunter die lange Emsumflutbrücke bei Greven, die Kanalbrücke nördlich von Greven und ein brückenreicher Abschnitt nördlich von Lengerich.

A 1-Ausbau Richtung Ruhrgebiet dauert länger

Länger gedulden müssen sich die Autofahrer zwischen Kamener Kreuz und Münster. Teilweise ist das Planfeststellungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Immerhin: Nahe Ascheberg soll rund um den Jahreswechsel mit der Erneuerung der ersten beiden Brücken begonnen werden.

Die unterschiedlichen Ausbau-Abschnitte der A 1 zwischen Osnabrück und Kamen Foto: Lisa Stetzkamp (Grafik)

46 Brücken vom Ausbau betroffen

Während sich Durchreisende freuen, künftig, schneller durchs Münsterland zu gelangen, haben die Anwohner ganz eigene Anliegen, denken etwa an Lärmschutz und Umleitungen, die während der Bauarbeiten die Orte verstopfen könnten. Am Dienstagabend stellte die Deges die Pläne auf einer virtuellen Infoveranstaltung vor. Die A 1 wird zwischen Münster und Osnabrück  auf einer ­Strecke von rund 37 Kilometern ausgebaut. Dazu gehören auch 46 Brücken, davon 32 im Zuge der Autobahn und 14, die über die Autobahn führen.

Auf 4,4 Kilometern werden Lärmschutzwände errichtet, die bis zu acht Meter hoch werden. Kleiner Clou: Neben der Funktion haben sich die Planer auch Gedanken über die Form gemacht. Also gibt es schicke Brücken und sogar ein Farbkonzept: Zwischen Münster und Ladbergen sind Bauwerke grün wie die Ebene drumherum, weiter nördlich wird die hügelige Landschaft symbolisiert durch die Farbe Zitronengelb.

Zweispurig durch die Baustelle

Wenn in zwei Jahren die Bauarbeiten tatsächlich beginnen, werden sich erheb­liche Verkehrsbehinderungen nicht vermeiden lassen. Deshalb werden zwar Umleitungen angeboten, aber Projektleiterin Ricarda Beutler betonte am Dienstabend: „Prinzipiell soll der Verkehr auf der Autobahn bleiben“.

Dazu werde der Auftrag­nehmer verpflichtet, den Verkehr pro Fahrtrichtung mindestens zweispurig durch die Baustelle zu leiten.

Auf 45 Prozent der Strecke wird ein spezieller Asphalt eingesetzt, der den Lärm um fünf Dezibel senkt. Zusammen mit den Lärmschutzwänden soll der Lärm auf diese Weise halbiert werden

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