1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Der legendäre Rosinenbomber am Flughafen Münster/Osnabrück

  6. >

Piloten mit einer alten DC 3

Der legendäre Rosinenbomber am Flughafen Münster/Osnabrück

Greven

Die DC 3 war nach dem Krieg so etwas wie das Standard-Flugzeug nahezu sämtlicher Airlines. Heute ist sie eine fliegende Legende, ein beliebter Oldtimer. In dieser Woche dreht eine DC 3 ihre Runden über dem Münsterland - bei Übungsflügen ab FMO.

Elmar Ries

Auftanken für die nächste Runde: In dieser Woche üben niederländische Piloten den Umgang mit einer alten DC 3. Der legendäre „Rosinenbomber“ ist für eine Woche am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) stationiert. Foto: Gunnar A. Pier

Von außen sieht die DC 3 aus wie neu. Herausgeputzt in leuchtendem Rot, Weiß und ganz viel Grau. Ihr wah­res Alter offenbart die alte Douglas, die als „Rosinenbomber“ in Berlin Geschichte schrieb, erst im Cockpit. Eng ist’s da, die Armaturen nach wie vor analog, in der Mitte jede Menge große und kleine Hebel. Ei­ne Zeitreise. Satte 74 Jahre hat die Maschine inzwischen auf dem Buckel, erzählt Pilot Art Monte. Und ergänzt dann lachend, nein, nein, leicht zu fliegen sei das alte Schätzchen wahrlich nicht.

In dieser Woche sind Flugzeug und Piloten in Greven am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) stationiert. Die DC 3 gehört der „Stichting DDA Classic Airlines“, einer niederländischen Stiftung mit Sitz in Lelystad, die alte Flugzeuge restauriert und mit der DC 3 im Sommer bei gutem Wetter Rundflüge veranstaltet. Um dafür hinterm Steuerrad sitzen zu dürfen, müssen die Piloten jährlich ihre Lizenz erneuern. Dazu drehen sie bis Freitag ihre Runden über dem Münsterland und üben dabei jedes erdenkliche Manöver.

Landung in Greven

Mittwoch, 10.30 Uhr: Nach eine Stunde in der Luft setzt Monte die DC 3 sicher auf der Landebahn auf. Sie muss frisch betankt werden. Zehn bis 20 Landungen absolviert das Team am Tag. Techniker Frans Flapper kontrolliert zwischendurch die Motoren. Es sind noch immer die ersten. Wie viele Flugstunden sie wohl im Laufe der Jahre abgespult haben?

Einst die niederländische Regierungsmaschine

Die DC 3 war nach dem Krieg so etwas wie das Standard-Flugzeug nahezu sämtlicher Airlines. 25 000 Stück fertigte der Douglas-Konzern im Laufe der Jahre. Manche hatten ein bewegte Geschichte. So wie die DDA-Maschine. Ab 1944 zuerst US-Truppentransporter, später dann niederländische Regierungsmaschine, danach Rent­nerin im Luftfahrtmuseum Aviodrome in Lelystad und nach 20 Jahren schließlich von der Stiftung reanimiert, reaktiviert und wieder in die Luft geschickt.

Enthusiast in betagtem Cockpit: Art Monte ist Pilot aus Leidenschaft, der in seiner Freizeit hinter dem Steuer der DC 3 sitzt. Foto: Gunnar A. Pier

Zum Thema

Am 10. Juni 2018 findet das FMO-Sommerfest statt. Dann ist auch die DDA mit ihrer DC 3 wieder in Greven und bietet Rundflüge an.  www.dutchdakota.nl

„Prinz Bernhard Alpha"

An die Zeit als Regierungsflieger erinnert noch der aufgedruckte Code: PH PBA. PH ist die Länderkennung, PBH steht für „Prinz Bernhard Alpha“, erläutert FMO-Vize-Sprecher Detlef Döbberthin. Der Mann von Königin Juliana soll damal selbst im Cockpit gesessen haben. Getauft ist die Maschine auf den Namen Prinzessin Amalia, der ältesten Tochter von König Willem-Alexander.

Eine halbe Stunde später: Die Maschine ist betankt. Art Monte startet zur zweiten Runde. „Fliegen“, hatte der Berufspilot vorher gesagt, „Fliegen ist meine große Leidenschaft.“ Job, Freizeit, egal.

Startseite