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Behörden proben Ablauf

Die Impfzentren im Münsterland im Test

Münsterland

Die Impfzentren stehen – jetzt werden sie getestet. In Gescher und Münster am Sonntag, in Dülmen und Greven bis Weihnachten, in Ennigerloh bereits am Freitag. Die ersten Reaktionen auf die Abläufe sind unterschiedlich.

Josef Barnekamp, Helmut Etzkorn, Stefan Werding

Für den Test in der Halle Münsterland spielten rund 50 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr die Impflinge. Foto: Stadt Münster

Die Trennwände im Impfzentrum des Kreises Borken stehen schon seit Tagen, die Logistik ebenfalls – und auch die Abläufe von Zone A (Anmeldung) bis zur Zone G (Abmeldung) funktionieren inzwischen so, dass das Impfen gegen das Coronavirus auch im Westmünsterlandkreis eigentlich losgehen könnte.

„Das hat prima geklappt“, sagte die Ordnungsdezernentin des Kreises Borken, Elisabeth Schwenzow. Im gemeinsamen Bauhof von Kreis und Stadt Gescher zwischen Velen und Gescher wurden rund 60 Kreisangestellte als Komparsen durchs Impfzentrum der Region geschleust, die sich freiwillig gemeldet hatten.

Impf-Testläufe im Münsterland

Auch in den anderen Regionen des Münsterlands wird gerade geübt. Der Kreis Warendorf hat eine Trockenübung in seinem Impfzentrum in Ennigerloh durchgeführt. Dort spielten bereits am Freitag Mitarbeiter des Kreises und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) die zukünftigen Impflinge und durchliefen – bis auf den Piks – die Impfstraßen von der Anmeldung bis zur Dokumentation.

Der Kreis Coesfeld plant seinen Testlauf Anfang der Woche, der Kreis Steinfurt will die Abläufe am Flughafen Münster/Osnabrück am 23. Dezember testen.

Feuerwehr-Chef mit Stresstest in Münster zufrieden

In der Stadt Münster halfen 50 Feuerwehrleute mit, den Ablauf in der Halle Münsterland zu prüfen. Dort war Feuerwehr-Chef Gottfried Wingler-Scholz mit dem Stresstest zufrieden: „Die Lenkung des Personenstroms kann noch organisatorisch optimiert werden, auch bei der Kommunikation werden wir noch nachbessern“, sagte er zwar. Aber „dafür haben wir technische Mittel vorrätig, die wir nur einmal ausgeben und beüben müssen“, meinte er einer Pressemitteilung der Stadt zufolge. Und Dr. Peter Münster von der KVWL sagt: „Wir haben uns extra ein Szenario auferlegt, das besonders fordernd war und alle Teilbereiche noch einmal richtig in Schweiß gebracht hat. Nun könnte es hier ab morgen definitiv losgehen.“

„Impfstraßen“ als Einbahnstraßen

Dort wie auch auf den fünf „Impfstraßen“ plus Reservestrecke im Kreis Borken wurde ausprobiert, wie Anmeldung und Registrierung funktionieren, aber auch, was passiert, wenn jemandem übel wird und ob auch Menschen mit Rollstuhl durchs Einbahnstraßensystem des Zentrums rollen können.

Bevor im Impfzentrum des Kreises Borken aber im Zwei-Schichtbetrieb rund 80 Fachkräfte täglich rund 1500 Personen impfen können, wird es wohl bis ins kommende Frühjahr dauern. 804 Impfdosen gegen das Coronavirus, ausreichend für 402 Personen, bekommt der Kreis Borken in einem ersten Aufschlag. Diese Dosen sollen ab dem 27. Dezember zunächst Personen in fünf Pflegeheimen der Region bekommen. Allein 47 solcher Einrichtungen gibt es im Kreisgebiet.

Impfzentrum jederzeit in Vollbetrieb hochfahren

Bis die Bürger aus dem Kreis Borken in größerer Zahl kommen können, wird das Impfzentrum des Kreises personell wohl nur so weit besetzt werden wie nötig. Gleichwohl sei es wichtig gewesen, das ganze Prozedere und die Abläufe zu üben, hieß es am Sonntag. Und: Weil neue Impfstoffe vielleicht doch schneller zur Verfügung stehen könnten als derzeit gedacht, soll das Zentrum so gut funktionieren, dass man es jederzeit in den Vollbetrieb hochfahren könne.

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