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Mutter-Konzern verlangt mehr Geld

Die Westfalenbahn droht mit Insolvenz

Münster

Dem Betreiber der Westfalenbahn steht das Wasser offenbar bis zum Hals. Steigende Personalkosten machen zahlreichen Bahnunternehmen zu schaffen. Das Mutter-Unternehmen hat von sich aus bereits einen pro­minenten Insolvenzrechtler engagiert.

Von Andreas Fier

Abellio-Zug Foto: dpa

Dem Betreiber der Westfalenbahn steht das Wasser offenbar bis zum Hals. Das Mutter-Unternehmen Abellio, das wiederum ein Tochterunternehmen der Niederländischen Staatsbahn („Nederlandse Spoorwegen“) ist, droht in einem Schreiben mit dem Gang zum Insolvenzrichter, falls die Verkehrsverbünde ihre Zahlungen nicht aufstocken. Abellio betreibt Nahverkehrsstrecken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Der niederländische Finanzminister Wopke Hoekstra schreibt den betroffenen fünf Ministerpräsidenten in Deutschland: „Intensive Gespräche mit den regionalen Aufgabenträgern haben bisher nicht zu einer Anpassung der langfristigen Verkehrsverträge und einer angemessenen Kompensation geführt. Diese Mehrkosten gefährden nun die Fortführung eines qualitativ hochwertigen Schienenpersonennahverkehrs durch Abellio.“

Die steigenden Personalkosten, vor allem für Lokführer, machen zahlreichen Bahnunternehmen zu schaffen. Hinzu kommt der durch Baustellen und Langsamfahrstellen desolate Zustand des Bahnnetzes sowie dessen Überlastung: Falls die Züge nicht pünktlich ankommen, sind die Nahverkehrsunternehmen zu Strafzahlungen verpflichtet.

Nach Informationen der Tageszeitung „Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung“ hält der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, wo Abellio einer der größten Leistungsträger ist, die Höhe der Nachforderung für „absolut unrealistisch“. Abellio Deutschland hat von sich aus bereits einen pro­minenten Insolvenzrechtler als Generalbevollmächtigten engagiert.

Der Finanzvorstand des Mutterkonzerns hatte gegenüber dem „NRC Handelsblad“ bereits im Herbst seinem Frust über das defizitäre Deutschlandgeschäft Luft gemacht. Bei etwa einer halben Milliarde € Jahresumsatz auf 50 Linien habe man im Jahr 2019 rund 32,7 Millionen € Verlust gemacht.

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