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Lkw-Anhänger krachte in Gegenverkehr

Drei Tote bei Horror-Unfall auf der B 54

Altenberge

Es ist ein buchstäbliches Horrorszenario, eine Tragödie, die viele Fragen aufwirft und unbeantwortet lässt: auf der Bundesstraße 54 zwischen Altenberge und Münster hat sich am Mittwochmorgen ein Verkehrsunfall ereignet, bei dem drei Menschen starben: eine 52 Jahre alte Frau aus Rheine, ein 47-Jähriger Rheinenser und eine 21 Jahre alte Frau aus Gronau.

Jens Keblat

Bei einem Unfall auf der Bundesstraße 54 bei Altenberge ist ein Silofahrzeug mit Futtermitteln auf die Gegenfahrbahn geraten. Foto: Jens Keblat

Auch Stunden nach dem dramatischen Unfall auf der B 54 bei Altenberge ist die Bundesstraße noch immer in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Viele Fragen sind noch ungeklärt Wie kam es dazu, dass der Fahrer eines Silo-Zuges, der am frühen Mittwochmorgen in Richtung Gronau unterwegs war, die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, ins Schleudern geriet und einen Unfall verursachte, bei dem drei Menschen starben? "Wir sind noch am Anfang der Untersuchungen“, sagt Reiner Schöttler, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Steinfurt.

Fahrer verliert Kontrolle über Lkw

Es ist früher Morgen, etwa kurz nach 6.20 Uhr, Berufsverkehr, als das Unglück auf der vielbefahrenen Bundesstraße seinen Lauf nimmt. Der Silo-Zug ist auf der B54 in Richtung Norden unterwegs, als er kurz vor der Anschlussstelle Altenberge-West ins Schleudern gerät.

Das tonnenschwere Fahrzeug prallt zunächst in die rechte Leitplanke und rund 100 Meter weiter schließlich gegen die Mittelleitplanke, das sogenannte Jersey-Profil – dicker Beton, der dafür sorgen soll, dass sich entgegenkommende Fahrzeuge auf diesem Streckenabschnitt nicht berühren können.

Die Wucht ist groß, Fahrzeug und Anhänger kippen, der Anhänger rutscht über die Betonmauer auf die Gegenfahrbahn, während sich die Zugmaschine um 180 Grad dreht und auf der Fahrbahn Richtung Gronau liegen bleibt.

Verkehrswissenschaftler über Möglichkeiten der Unfallvermeidung

Mehr Sicherheit geht immer, sagt der Leiter des Instituts für Verkehrswissenschaft der Universität Münster nach dem schweren Unfall am Mittwochmorgen auf der B 54 mit Todesfolge. Doch um welchen Preis? Professor Gernot Sieg im Interview.

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Es herrscht Berufsverkehr, es ist viel los auf der B54. Der Anhänger kollidiert mit einem Kleinwagen, einem Fiat Punto, einem kleinen BMW und einem Motorrad  - drei Menschen sterben dabei. Die 52-Jährige Rheinenserin fuhr das Motorrad, der 47 Jahre alte Mann aus Rheine saß alleine in dem Punto. In dem  BMW fuhren drei Frauen: Die Fahrerin wurde schwer, die Beifahrerin laut Polizei leicht verletzt, die 21-jährige Frau auf dem Rücksitz erlitt tödliche Verletzungen. Ebenfalls schwer verletzt wurde der Lkw-Fahrer, er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Noch ist die Unfallursache Gegenstand der Ermittlungen. Am späten Vormittag sind Gutachter vor Ort, sie wurden von der Staatsanwaltschaft entsandt. Anhand der aus einem Polizeihubschrauber gemachten Luftbilder versucht die Polizei zu ermitteln, wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte „Möglicherweise ist der Silo-Zug nach dem Aufprall unkontrolliert weitergefahren'“, sagt Schöttler. Gleiches gilt womöglich für den BMW, der geschätzt 200 Meter hinter der eigentlichen Unfallstelle in die Mittelleitplanke geprallt und zum Stehen gekommen ist.

Betreuungsstelle

Der schwere Unfall auf der B 54 am Mittwochmorgen hat Zeugen und Ersthelfer tief schockiert. Zwei Notfallseelsorger helfen, dieses Erlebnis zu überwinden. Ein schwieriges Unterfangen.

Kilometerlange Staus

Auf der B 54 und den Umleitungsstrecken bilden sich kilometerlange Staus. Die Fahrzeuge auf der Bundesstraße werden zurückgeführt. Noch am Mittag sieht man Lastwagen, die im Kriechtempo rückwärts die fünf bis sechs Kilometer bis zur Anschlussstelle Havixbeck fahren.

Während sich auf Umleitungsstrecken und der B54 selbst kilometerlange Rückstaus bildeten, wurden Ersthelfer und Augenzeugen des Unglücks im Feuerwehrgerätehaus in Altenberge unter anderem durch ehrenamtlich Kräfte des DRK betreut und durch die Polizei befragt.

Die Unfallaufnahme dauerte bis in die späten Abendstunden. Aufräumarbeiten bis in die Nacht. Die Sperrung der Bundesstraße 54 wurde am späten Mittwochabend gegen 22.25 Uhr in beide Fahrtrichtungen wieder aufgehoben.

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