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Ornithologie

Ein junger Sendener hat die seltene Lizenz zum Beringen erworben

Manche Hobby-Ornithologen träumen ihr Leben lang von dem Privileg, Vögel zu Forschungszwecken beringen zu dürfen. Jannis Leistikow aus Senden hat die Lizenz dazu – mit gerade einmal 21 Jahren.

Annegret Schwegmann

Jannis Leistikow ist fasziniert vom Artenreichtum und Verhalten der Vögel. Foto: Jürgen Christ

Die Frau, mit der Jannis Leistikow durch das Venner Moor spaziert, ist gerade mal in der Lage, verschiedene Vogelstimmen voneinander zu unterscheiden und tippt auf zwei, vielleicht auch vier verschiedene Arten, die hoch oben in der Birke – oder ist es in der Eiche dahinter? – um ein Weibchen werben. Der 21-Jährige hebt das Fernglas, dessen Gurt er eben um seinen Hals gelegt hat, und lässt es gleich wieder sinken. Er braucht es nicht, um den Buchfink zu erkennen, der auf den obersten Ästen der Buche eine Art Frühlingsarie angestimmt hat. „Sehen Sie die beiden Schwanzmeisen dahinter?“, fragt er. Schwanzmeisen? „Ja genau, die können Sie an den langen Schwanzfedern erkennen“, sagt der Student und erklärt sicherheitshalber die Gesangart: „Die klingt wie ein knirschendes Piepen.“ Erfahrene Ornithologen dürften ihre Freude an dem 21-Jährigen aus Senden haben. Seine Kenntnisse sind – um es spröde zu formulieren – ausgesprochen belastbar.

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