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Investoren stellen Pläne der Politik vor

Eventhalle hat „Konfliktpotenzial“

Borghorst

Die Stühle im Zuschauerraum des Bürgersaals waren so gut besetzt, wie sich das die Investoren für die Eventhalle im Wilmsberger Gewerbegebiet für ihre Veranstaltungen wünschen würden. So weit ist es aber noch lange nicht. Seyyet Ates und Emre Yetiskin konnten nach ihrer Präsentation vor den Mitgliedern des Planungsausschusses nicht einmal ein Stimmungsbild aus der Politik mitnehmen. Die beiden Jungunternehmer, die für das Projekt drei Millionen Euro in die Hand nehmen wollen, müssen für die notwendige Bebauungsplanänderung erst noch einmal weitere Hausarbeiten machen. Dazu zählt an erster Stelle der Antrag auf Änderung des Bebauungsplans, ein Verkehrs- und ein Sicherheitskonzept sowie detaillierte Pläne wären hilfreich.

Axel Roll

So soll sie aussehen, die Eventhalle, die nach dem Willen ihrer Investoren auf dem Gelände der ehemaligen Spedition Frenkert entstehen soll. Foto:

Eines der wenigen Ausschussmitglieder, die spontan ihre Meinung zu dem Vorhaben äußerten, war CDU-Ratsherr Günther Gromotka: „Der Bedarf für so eine Halle ist da, gerade jungen Leuten fehlt so etwas.“

Hinten im Zuschauerraum saßen in der Mehrzahl die künftigen Nachbarn der Eventhalle. Sie hatten sich bereits im Vorfeld gegen den Bau ausgesprochen. Ihr Sprecher Werner Otto prognostizierte in einer Sitzungsunterbrechung, dass weder Schützen noch Karnevalisten so weit draußen in Wilmsberg feiern würden. Unternehmer Roland Terwort, der 100 Meter von dem Event-Areal neben seinem Betrieb wohnt, brachte die Bedenken der Nachbarn noch einmal auf den Punkt. Sie befürchten, dass durch im Gewerbegebiet parkende Autos ein Verkehrschaos ausgelöst wird und es „garantiert nicht ruhig ablaufen wird, wenn 600 Menschen an- und abreisen“. Die Antwort eines Befürworters des Projektes kam postwendend: „Wenn ich in einem Gewerbegebiet wohne, muss ich mich an Lärm gewöhnen.“ Ihrem bereits eingereichten Bauantrag haben Ates und Yetiskin ein Lärmschutzgutachten beigefügt, das ihnen keine unerlaubt hohen Dezibelwerte bescheinigt. CDU-Ratsherr Norbert Kerkhoff, der die Sitzung am Dienstag leitete, fasste die Diskussion am Ende so zusammen: „Die Wortbeiträge zeigen, in welcher Konfliktsituation wir uns befinden.“

Im Vorfeld hatte Seyyit Ates ausführlich erläutert, auf welchen Überlegungen ihre Planungen beruhen. Den Kreis Steinfurt sehen die Geldgeber als Einzugsgebiet für die Halle an. Bislang gebe es für die 444 000 Einwohner nur fünf Veranstaltungsorte dieser Art, in Münster dagegen elf. Im Unterschied zu einer Festhalle Hövels würde eine Eventhalle in Borghorst aber auch Platz für Tagungen, Seminare und andere Kleinveranstaltungen bieten. Abi-Bälle, Messen, Karneval, Schützenbälle, große Familienfeiern, Konzerte, Theater, Vereinsfeiern – all das soll auf dem großen Veranstaltungsparkett möglich sein.

Vor den Ausschussmitgliedern warben die Investoren weiterhin mit den Synergieeffekten, die von so einem Zentrum ausgehen würden. Als Beispiele nannte Seyyit Ates Catering-Anbieter, Hotels, Tankstellen und den Einzelhandel. Außerdem könne die Halle positive Auswirkungen auf den Tourismus in der Region haben. Unterm Strich, so der Unternehmer, könne das Projekt ein „Botschafter für die Region“ sein.

Die Halle soll auf dem Gelände der ehemaligen Spedition Frenkert an der Bleichereistraße entstehen. Es wurde von den beiden Geschäftspartnern gekauft. In die Speditionshallen neben dem Baugrundstück soll die Trockeneis-Produktion verlagert werden, die von Seyyit Ates und Emre Yetiskin am Schoppenkamp unterhalten wird.

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