1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. FMO-Chef warnt vor zu hohen Erwartungen

  6. >

Zwischenbilanz am Flughafen Münster/Osnabrück

FMO-Chef warnt vor zu hohen Erwartungen

Greven

Höhenflug am FMO: plus 13 Prozent bei den Passagieren im ersten Halbjahr, ein guter Sommer mit einem August-Zuwachs von 40 Prozent und dann ein September mit rund 20 Prozent über Vorjahresniveau. In Greven ging es jahrelang steil bergab, jetzt geht es mit schwindlig machenden Zuwachsraten wieder bergauf. Stimmt das Angebot, wird der Flughafen Münster/Osnabrück auch wahr- und angenommen.

Elmar Ries

  Foto: Gunnar A. Pier

Klar ist, sagt der Chef Prof. Rainer Schwarz erdend, ein derartiger Höhenflug lässt sich nicht mir nichts, dir nichts verstetigen. Heißt: Im kommenden Jahr wäre es schon ein Erfolg, die Zuwächse aus 2017 zu halten. „Wir wollen wachsen, aber langsam“, sagt Schwarz, der in diesem Februar die Geschäftsführung übernahm.

Sein Ziel: perspektivisch wieder auf eine Million Passagiere kommen. Als er das im Frühjahr ankündigte, sahen viele darin nicht viel mehr als einen frommen Wunsch. Kein Wunder: Der FMO hatte 2016 mit 785 000 Fluggästen wieder einmal ein neues Tief erreicht. Inzwischen ist die Stimmung vorsichtig optimistisch, die Million scheint erreichbar, auch wenn der Weg dorthin noch lang ist.

Foto: WN

Der frühe Herbst ist die Zeit, in der auch Flughäfen Pflöcke fürs nächste Jahr einschlagen. Drei sind es bisher in Greven. Lufthansa wird seine Kapazitäten auf der München-Strecke um 25 Prozent erhöhen, Germania, die Berliner Fluggesellschaft, die sich in den vergangenen zwei Jahren zur Haus-Airline des FMO gemausert hat, belässt auch im kommenden Jahr zwei Maschinen in Greven. „Anstelle des einen Airbus A 321 stationiert Germania jedoch wie ursprünglich geplant ei­nen A 319“, sagt Schwarz. Bedeutet: Die Maschine ist eine Nummer kleiner. Die Auslastung des dickeren Brummers war dann doch zu gering.

FMO-Chef Prof. Rainer Schwarz Foto: Gunnar A. Pier

Die Berliner Airline investiert aber – Pflock zwei – in die Frequenz, steuert 32 anstatt 30 Mal pro Woche 17 anstatt 16 Ziele an. „Neu im Programm wird Thessaloniki sein“, ergänzt FMO-Sprecher Andrés Heinemann. Wird all das angenommen, entspräche das Passagieraufkommen der Auslastung von 2,5 kleineren Airbus-Maschinen. Von da aus ist es nur noch ein kleiner Schritt, über die Stationierung eines dritten Flugzeugs nachzudenken...

Mehr zum Thema

FMO weiter auf Höhenflug: Sommerferien bescheren Flughafen Münster/Osnabrück dickes Passagierplus

Studie: FMO-Stärken sind zu unbekannt

Airportpark läuft voll: FMO bekommt Flughafenhotel

Inzwischen enger zusammen mit dem Germania-Engagement hängt das Angebot der Sun-Express. Die Airline baut am FMO ihr traditionelles Türkeigeschäft weiter aus, fliegt im kommenden Jahr Izmir, Kay­seri, Adana sowie zweimal täglich und damit doppelt so oft wie bisher Antalya an. Germania wird dafür seine Kayseri- und Adana-Verbindung kappen. Nebenbei: Das Sorgenkind Türkei sei in diesem Jahr der Quotenbringer gewesen, erklärt Schwarz.

Prof. Rainer Schwarz, FMO-Chef

Ob das so bleibt, ist angesichts der politischen Entwicklung im Land fraglich. Weitere Unwägbarkeit für den FMO: das Geschachere um die insolvente Air Berlin. Deren Touristik-Tochter Niki fliegt derzeit zehnmal pro Woche nach Mallorca. Wird Air Berlin von der Lufthansa übernommen, bedeutet das nicht, dass der Konzern oder seine Tochter Eurowings das Angebot automatisch aufrechterhält – die Airlines ma­chen sich am FMO gerade auf der Palma-Strecke kräftig Konkurrenz. Und ein Ausdünnen des Angebotes wäre die Voraussetzung, um höherer Preise durchsetzen zu können.

Erfahrungen, Wünsche: Schreiben Sie uns

Jahrelang stand der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) nicht unbedingt im Interesse der reisewilligen Münsterländer. Jedenfalls gingen die Fluggastzahlen immer weiter zurück. Neue Ziele, neues Glück. Der FMO hat in diesem Jahr in sein Angebot investiert und siehe da: Mit den Zielen und vor allem dem deutlich Ausbau der Frequenzen kehrten auch die Passagiere zurück.

Uns interessieren in diesem Zusammenhang Ihre Erfahrungen. Wenn Sie vom FMO in den Urlaub geflogen sind, waren Sie zufrieden? Gab es etwas, dass Sie gestört hat? Was würde Sie dazu bewegen, den Flughafen in Greven häufiger zu nutzen? Wenn Sie neue Ziele festlegen könnten, welche wären das? Schreiben Sie uns: regio@zgm-muensterland.de

Wien und Berlin: Beide Städte haben sich als primäre Wunsch-Ziele bei einer Unternehmerbefragung der Industrie- und Handelskammern Nord Westfalen und Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim herauskristallisiert. Berlin wundert ob der Top-Bahnverbindung – aber nur auf den ersten Blick. Wer aus der Region mit der Bahn nach Berlin will und nicht in der Nacht losfährt, kommt frühestens um 9.15 Uhr am Hauptstadt-Hauptbahnhof an. Manchem Unternehmer ist das zu spät.

Startseite
ANZEIGE