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Gesundheitsminister Laumann

„Pflege braucht ausländische Kräfte“

Münster

Patienten in Kliniken und Bewohnerinnen von Pflegeheime ächzen unter den Folgen des Pflegemangels. Eine Lösung könnten Pflegekräfte aus dem Ausland sein, meint Gesundheitsminister Laumann. 

Mulin Lin, Pflegeassistentin aus China, misst den Blutdruck einer Altenheim-Bewohnerin.Mehr Personal bei der Bezirksregierung in Münster soll Gesundheitsexpertinnen wie ihr das Arbeiten in NRW leichter machen. Foto: dpa

Karl-Josef Laumann ist überzeugt, dass kranke und alte Menschen in NRW in den nächsten Jahren nur gut betreut werden können, wenn mehr Pflegekräfte aus dem Ausland im Land arbeiten dürfen. Erst recht, wenn die Babyboomer ins richtige Alter kommen, „werden wir Jahre haben, die sehr, sehr, sehr herausfordernd sind“, kündigte der NRW-Gesundheitsminister am Mittwoch in Münster an.

Doch die Hürden für Nicht-Europäer, die in einem Gesundheitsberuf in NRW arbeiten, sind hoch. Sprache, Visum, fachliche Anerkennung – all das macht es ihnen nicht leichter, eine Lizenz zum Arbeiten zu bekommen – obwohl Krankenhäuser, Altenheime und Pflegedienste unter Fachkräftemangel stöhnen.

Stellen aufgestockt

Damit Pflegekräfte zum Beispiel von den Philippinen, aus Brasilien oder China trotzdem den Weg nach Münster, Rheine oder Kattenvenne finden, wird der Landtag die Zentrale Anerkennungsstelle für Gesundheitsberufe unter dem Dach der Bezirksregierung Münster von jetzt 38 auf 67 Stellen aufstocken. Das zusätzliche Personal soll ausländische Berufsabschlüsse in Pflege- und Gesundheitsberufen beschleunigen.

Karl-Josef Laumann: „Wenn wir die Bewerber auf die Patienten loslassen, müssen wir sicher sein, das sie den Standard einer deutschen Pflegekraft haben.“ Foto: dpa

2021 wurden in Nordrhein-Westfalen 3384 Anträge allein im Berufsbild „Gesundheits- und Krankenpfleger“ bearbeitet, davon 1374 Anträge positiv beschieden (also 41 Prozent). Nur neun Anträge hat die Anerkennungsstelle abgelehnt. 1617 von ihnen (48 Prozent) durften mit der Einreise als Pflegehelferinnen und Pflegehelfer in Teilzeit ihre ersten Euro verdienen.

Amtssprache ist Deutsch

Dafür müssen sie zusätzlich Deutsch lernen und sich in Bereiche einarbeiten, die sie aus ihrer Heimat noch nicht kennen – und sich auch entsprechend prüfen lassen.

Regierungspräsident An­dreas Bothe nennt die Abteilung „Ermöglichungsbehörde“. Ihre Mitarbeitenden – selbst oft ehemalige Ärzte oder Pflegende – begleiten die Antragsteller „durch ein nicht ganz einfaches Verfahren auch in Fremdsprachen und mit interkultureller Kompetenz“.

Die Bewerberinnen und Bewerber sind dabei nicht allein. In der Regel wenden sie sich an Vermittler, die – mal besser, mal schlechter – beim Verwaltungskram helfen. Denn obwohl „Ermöglichungsbehörde“ – Amtssprache ist Deutsch. Auch für Pflegekräfte auf den Philippinen.

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