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Messerstiche in Dortmunder Hotel

Havixbecker außer Lebensgefahr – 22-Jährige in Untersuchungshaft

Dortmund/Havixbeck

Ein 58-Jähriger aus Havixbeck ist stark blutend in einer Hotellobby in Dortmund zusammengebrochen. Die Polizei hat daraufhin eine 22-Jährige festgenommen. Doch die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Von Ralf Repöhler

In einem Dortmunder Hotel wurde ein 58-jähriger Mann aus Havixbeck durch Messerstiche verletzt. Eine 22-jährige Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Foto: dpa (Symbolbild)

Ein Mann und eine Frau treffen sich im Dortmunder Nobelhotel „Steigenberger“. Mitten in der Nacht schleppt sich der Mann blutüberströmt und schwer verletzt durch mehrere Messerstiche in die Hotellobby und kollabiert dort. Die Frau wird wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung festgenommen. Sie wehrt sich nicht, als Polizisten sie abführen.

Der Mann, der aus Havixbeck kommt, ist inzwischen außer Lebensgefahr und kann laut Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel vernommen werden. Die Frau, die aus Hamm stammt, sitzt seit Montag in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen, nachdem ein Haftbefehl erlassen worden ist. Sie gibt laut Staatsanwaltschaft an, sich an nichts ­erinnern zu können.

Hintergründe der Tat nun unklar

Warum treffen sich ein 58-jähriger Mann und eine 22-jährige Frau in einem Hotel? Und wieso kommt es dabei zu der grausamen Tat? Die Fragen stehen im Fokus der Ermittlungen der Staats­anwaltschaft Dortmund, die zu den Hintergründen und dem Motiv der Tat bislang wenig sagen kann. Offensichtlich scheint, dass sich beide kaum gekannt haben. Es kam zu einem Treffen. „Die Frage ist, wie gut sie sich kannten. Es war sicher keine große Liebesbeziehung“, sagt Schulte-Göbel unserer Zeitung. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Mann und die Frau in einem Hotelzimmer getroffen haben. Alkohol war offensichtlich auch im Spiel, allerdings nicht entscheidend, so der Staatsanwalt.

Fakt ist: Es ist weit nach Mitternacht, als der Mann sich am frühen Sonntagmorgen schwer verletzt und nur wenig bekleidet in die Lobby des „Steigenberger“ schleppt. Mehrere Messerstiche in Hals, Schulter und Händen haben ihn getroffen. Er blutet stark. „Zwei Messerstiche am Körper sind besonders markant“, sagt Staatsanwalt Schulte-Göbel. Hotelgäste und das Personal leisten Erste Hilfe, ein Notarzt wird gerufen. Der Mann wird in ein Krankenhaus gebracht.

Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Die Frau ist laut Staats­anwalt unverletzt. Sie folgt dem Mann aus dem Treppenhaus und geht mit einem Messer in der Hand in die Hotellobby, bleibt einfach stehen und lässt sich nach dem Eintreffen der Polizei widerstandslos festnehmen. Inzwischen ist Haftbefehl erlassen worden. Das Messer, das die Beschuldigte bei sich hatte und wohl nicht aus dem Hotel stammt, wird von der Polizei als mögliche Tatwaffe sichergestellt. Ein Sachverständiger soll bei der jungen Frau ermitteln, ob eine psychische Erkrankung vorliege.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen versuchten Mordes. Der Frau droht bei einer Verurteilung eine mehrjährige Haftstrafe.

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